Die Formel für besonders gut verpressbare Tabletten lautet: rund, flach und facettiert. Diese Formeigenschaften bewirken, dass sich eine Tablette aufgrund ihrer gleichmäßigen, konzentrischen Struktur leichter abstreifen und problemlos aus der Maschine ausbringen lässt. Zudem können bei runden Standarddesigns auch unempfindlichere Tablettierwerkzeuge eingesetzt werden, die selbst im oberen Bereich der Drehgeschwindigkeiten prozesssicher arbeiten. So lassen sich auch bei großen Chargen Tabletten mit konstanter Härte, stabilen Kanten und geringer Klebeneigung produzieren.
Häufig weichen Hersteller jedoch von den Standarddesigns ab, um ihre Produkte im Wettbewerb hervorzuheben. Solche Tabletten, etwa in Oblongformaten oder speziellen figürlichen Formen, stellen eine größere Herausforderung für den Produktionsprozess dar. Hierbei sind das Abstreifen und Aussortieren wegen der komplexen Oberflächenstrukturen weitaus anspruchsvoller als bei Standardformen. Hinzu kommt, dass sich eine gleichmäßige Härte der Tabletten schwieriger einstellen lässt, da alle Formtabletten einen inneren und einen äußeren Teilkreis haben. Folglich kann es zu Unterschieden bei der Füllung – vor allem bei den Füllzeiten – kommen. Am kompliziertesten sind Wölbungen, Bruchkerben, geschlossene Buchstaben (zum Beispiel A, B, O oder R) sowie Gravuren. Sie können zu Problemen wie Ausbrüchen, Kleben oder Deckeln führen.
In seltenen Fällen hat auch die Farbe einen Einfluss auf die Produktion, beispielsweise wenn bei verschiedenen Farben die Korngrößen der zu verpressenden Pulver unterschiedlich ausfallen. Dabei kann es zu einer Entmischung kommen, denen Hersteller durch die Wahl der richtigen Tablettierwerkzeuge, entsprechende Einstellungen der Pressparameter oder durch die Zugabe von Hilfsstoffen entgegenwirken können. Auch die Reinigungszeit der Maschine kann sich deutlich verlängern, da sich einige Farbstoffe nur schwer entfernen lassen und unter Umständen Maschinenteile angreifen können.
Sonderwünsche für das Tablettendesign kommen häufig aus den Marketingabteilungen der Produzenten. Beispielsweise bieten Hersteller von Brausebonbons ihre Süßigkeiten in Herzform an, in Tierform oder anderen ansprechenden Gebilden. Den Anwendern ist es wichtig, ihren Tabletten ein Alleinstellungsmerkmal mit Wiedererkennungswert zu geben.
Die Gestaltung der Tablettenform spielt auch in der pharmazeutischen Industrie eine große Rolle. Bei bestimmten Wirkstoffen hat nämlich die Dosierung einen Einfluss auf die Formgebung. So kann es zum Beispiel sein, dass eine kreisförmige Tablette bei einem hohen Wirkstoffanteil zu groß wäre, um sie angenehm zu schlucken. In diesem Fall eignet sich ein schmaleres Oblongformat.
Um die Produktion möglichst mit den Designwünschen in Einklang zu bringen und späteren Zwischenfällen vorzubeugen, lohnt sich eine frühzeitige technische Beratung durch den Maschinenhersteller. Beispielsweise wird bei Fette Compacting im Falle eines neuen Designs der Entwurf von erfahrenen Mitarbeitern aus der Anwendungsberatung geprüft und möglichst nah an die Anforderungen angepasst. Dass sich dabei auch in den schwierigsten Fällen Lösungen finden, zeigt ein Beispiel aus der Medizinbranche: Ein internationales Unternehmen wollte ein medizinisches Kaugummi in Tablettenform entwickeln und in großen Mengen herstellen. Allerdings war das Kaugummi im ersten Entwurf mit einer nicht produzierbaren, äußerst aufwendigen Gravur versehen. Hier konnte Fette Compacting zusammen mit dem Produzenten eine Alternative finden, die sehr nah am Original lag. Schließlich war die Tablette auf Hochleistungsrundläufern in Großserie produzierbar.




