Schoko und Keks – Pick-up ist eines der bekanntesten Produkte von Bahlsen auf dem deutschen Markt, hergestellt in Berlin. Für die Produktion von Keksen werden Druckluft und Wärme benötigt, die teilweise vom Druckluft-Wärme-Kraftwerk (DWKW) CHA CA 570 NA von Bosch geliefert werden. Das neue DWKW ist seit 2017 im Einsatz und ergänzt die bestehende Druckluft-Anlage.
Cookies, Schokokeks, Minikuchen oder Vollkorngebäck, nahezu 90 % aller Deutschen kennen die Produkte der Bahlsen-Gruppe. Gegründet 1889, ist das traditionsreiche Familienunternehmen mit Hauptsitz in Hannover heute einer der erfolgreichsten deutschen Gebäckhersteller und zählt wohl zu den bekanntesten und beliebtesten Unternehmen in Deutschland. An seinen sechs Standorten in Deutschland und Polen produzieren 2830 Mitarbeiter jährlich rund 140 000 t Gebäck (Stand 2017).
„Es ist unser Anspruch, nachhaltig mit unseren Ressourcen umzugehen und durch einen geringen CO2-Ausstoß die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Dies unterstreicht auch unsere Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001. Das DWKW von Bosch ist eine der Maßnahmen, mit denen wir den Energieverbrauch der Drucklufterzeugung im Werk senken – und damit auch unsere laufenden Betriebskosten“, stellt Joachim Dolling, Leitung Werksversorgung, Arbeitssicherheit und Umweltschutz bei Bahlsen, die Gründe für die Entscheidung dar.
Druckluft intelligent erzeugen
Druckluft ist heute einer der teuersten Energieträger in Produktionsprozessen. Dennoch ist Druckluft aus vielen industriellen Produktionsprozessen nicht wegzudenken, so z. B. als Steuer- und Prozessluft. Bei konventionellen Kompressoren werden meist nur rund fünf Prozent der elektrischen Energie in Druckluft umgewandelt. Zudem ist die erzeugte Wärme meist Abfallprodukt und bleibt ungenutzt. Der teure Energieträger Strom zum Antrieb der Kompressoren verstärkt diesen Effekt noch, da bei der Erzeugung und Durchleitung hohe Verluste auftreten. Zur Erzeugung der meist zusätzlich benötigten Heizleistung wird üblicherweise ein Heizkessel eingesetzt. Effiziente Nutzung der Wärme und direkte Erzeugung von Druckluft ist das Geheimnis des DWKW von Bosch. Ein Schraubenverdichter wird von einem Erdgasmotor angetrieben. Das DWKW nutzt also Gas anstelle von kostenintensivem Strom. Aufgrund des preiswerteren Energieträgers halbieren sich die Energiekosten für die Drucklufterzeugung.
Um die größtmögliche Effizienz des DWKW zu erreichen, sollten sowohl die Druckluft als auch die abgegebene Wärme eingesetzt werden. Rund 6000 bis 6500 Betriebsstunden fährt das DWKW von Bosch bei Bahlsen jährlich und deckt damit die Grundlastversorgung an Druckluft ab. Konventionelle Kompressoren im Bestand ergänzen im Bedarfsfall die Spitzenlasten. Das Kesselhaus auf dem Produktionsgelände bietet Platz für das Druckluft-Wärme-Kraftwerk, das wiederum über eine neu verlegte 80 m lange Edelstahlrohrleitung mit der Druckluftzentrale verbunden ist. Die Druckluft wird hier in die bestehende Druckluftaufbereitung eingespeist, bevor sie in der Produktion, hauptsächlich als Steuerluft, zum Einsatz kommt.




