Jedes Jahr, wenn das Getreide von den Feldern eingeholt und zu Lebensmitteln verarbeitet wird, stellen Mykotoxine Landwirte, getreideverarbeitende Betriebe und Labore vor Herausforderungen: Die Pilzgifte sind nicht nur unsichtbar und geruchslos, sondern auch chemisch und thermisch stabil. Um sie frühzeitig nachzuweisen und die Lebensmittelqualität zu sichern, sind sensible und genaue Analysemethoden notwendig. Moderne Testtechnologien arbeiten automatisiert.
Ob als Primärkontamination auf dem Feld, bei Lagerung, Transport und Weiterverarbeitung oder als sogenannte Carry over in tierischen Lebensmitteln: Mykotoxine können entlang der gesamten Produktionskette Kontaminationen von Rohstoffen und Lebensmitteln verursachen. Schimmelpilze, die Mykotoxine produzieren, wachsen zum Beispiel auf Getreide, Nüssen, Trockenfrüchten und Gewürzen. Über toxinhaltige Futtermittel gelangen sie auch ins Fleisch, in Eier oder Milch. Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) enthalten rund 25 % aller Nahrungsmittel der Erde Mykotoxine. Studien zeigen, dass mehr als 68 % des Getreides positiv auf Schimmelpilze getestet werden.
400 toxische Pilzmetabolite
Aktuell werden der Gruppe der Mykotoxine mehr als 400 toxische Pilzmetabolite zugerechnet – von A wie Aflatoxine bis Z wie Zearalenon. Insgesamt sollen es mehrere Tausend sein. Rund 20 von ihnen kommen häufiger und in kritischer Konzentration in Lebensmitteln vor. Sie sind gesundheitsschädigend und können das Immunsystem beeinträchtigen, Krebserkrankungen begünstigen, Nieren- oder Leberschäden oder Erbrechen und Durchfall verursachen. Um Gesundheitsprobleme zu vermeiden, die Qualität von Lebensmitteln zu sichern und Verbraucher zu schützen, sind Händler und Hersteller an Höchstmengen gebunden, die in Deutschland und der EU besonders streng geregelt sind. So liegt zum Beispiel der Wert für Aflatoxine in Getreide, Beikost, Nüssen und Milch im Bereich von 0,10 bis 15 ppb. Um diese Werte nachzuweisen und die Sicherheits- und Qualitätsvorschriften einzuhalten, müssen die Akteure der Futtermittel- und Getreideindustrie auf schnelle, genaue und benutzerfreundliche Analysemethoden zurückgreifen. Heute gibt es viele Technologien, die entlang der gesamten Produktionskette die Überwachung und den Nachweis von Mykotoxin-Kontaminationen unterstützen.
Lateral-Flow-Tests und ELISA
Eine erste Möglichkeit, Mykotoxine nachzuweisen, bieten sogenannte Lateral-Flow-Teststreifen. Sie sind kostengünstig und einfach anzuwenden. Sie bieten einen guten ersten Schutz gegen Mykotoxin-Verunreinigungen und sind in der Lage, alle wichtigen Mykotoxin-Klassen zu identifizieren. Doch ihr Einsatz ist nur dann sinnvoll, wenn die Menge der zu prüfenden Waren ebenso gering wie die Kontaminationshäufigkeit ist. Sollte zudem bei einer Kulturpflanze eine Kontamination nachgewiesen werden, muss sich die Testfrequenz erheblich erhöhen.




