Dipl.-Ing. Andreas Biewald
Die dampfsterilisierbaren, selbstentleerenden Tellerseparatoren mit hydrohermetischem Zulauf sind für hygienisch anspruchsvolle Anwendungen prädestiniert. Der Grund: Diese Separatoren ermöglichen ein geschlossenes Produkthandling. Sichergestellt wird dies durch eine doppeltwirkende Gleitringdichtung, die den produktberührten Raum des Separators sicher vom Antriebsraum trennt. Das gesamte System ist damit vor dem Eindringen von Fremdkörpern geschützt. Auch können keine Bakterien oder Lebendkeimimpfstoffe nach außen gelangen und Menschen gefährden.
Die Feststoffe werden automatisch durch Öffnen der Trommel ausgetragen. Bei der automatischen Entleerung der Trommel kommt das patentierte Hydro-Stop-System zum Einsatz. Mit seiner Hilfe kann der Anwender das auszutragende Volumen reproduzierbar einstellen; der Entleerungsvorgang selbst ist auf die kürzeste Zeit optimiert (< 1/10 s), so dass die Flüssigkeitsphase in der Trommel verbleibt und höchstmögliche Feststoffkonzentrationen erreicht werden.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Konzepts ist das patentierte hydrohermetische Zulaufsystem, mit dem der Produktstrom schonend in die gefüllte Trommel eingespeist und beschleunigt wird. Beim Produkteintritt verhindert es Scherkräfte, die zu einer Schädigung des Produkts führen könnten. Ein weiterer Vorteil dieses Systems ist, dass sich – im Gegensatz zu vollhermetischen Maschinen – keine verschleißenden Dichtungen im produktberührten Raum befinden, deren Abrieb zu einer Verunreinigung des Produktes führen könnte.
Ein anderer wichtiger Punkt ist die Tot-raumfreiheit. Dazu hat Westfalia Separator ein spezielles Verfahren zum Verschweißen der Laschen auf den Tellern entwickelt. Mithilfe dieses Verfahrens können diese nun spaltfrei verschweißt werden. Das Ergebnis: Toträume, in denen sich Keime ansammeln und die Reinheit des Produktes gefährden, sind zuverlässig ausgeschlossen.
Zu einer hygienisch konstruierten Zentrifuge gehört überdies die totraumarme Gestaltung der Dichtungen und Dichtungsnuten, um diese während der CIP-Reinigung bestmöglich spülen zu können. Das hygienische Design der Separatoren wurde hierbei mit Hilfe ausgiebiger Riboflavintests optimiert. Darüber hinaus sorgen die verbauten Edelstähle mit ihren polierten Oberflächen für optimale Reinigbarkeit. Je nach Wunsch des Anwenders sind Oberflächengüten Ra # 0,5 mm lieferbar.
Hygienic Design endet jedoch nicht an den Anschlüssen des Separators. Die Aufgabe besteht darin, alle Anlagen- und Steuerungskomponenten in die Betrachtung mit einzubeziehen. Auch bei der Auswahl geeigneter Anlagenkomponenten und deren Anordnung müssen Toträume vermieden und die Entleerbarkeit sichergestellt werden. Das gesamte System erfordert außerdem eine automatische und vor allem reproduzierbare Reinigung und Sterilisation. Erst dadurch lässt sich eine Kreuzkontamination zuverlässig vermeiden.




