Der CDry ist ein dampfbeheizter Scheibentrockner, der nach dem Prinzip der Kontakttrocknung arbeitet. Als CDry food ist er jetzt in einer Ausführung für Lebensmittelanwendungen erhältlich. Neben den Milchpulverqualitäten, wie sie von Walzen- oder Sprühtrocknern bekannt sind, kann der CDry food dem Milchpulver auch eine individuelle Karamellnote mitgeben.
Die am weitesten verbreitete Technologie zur Milchpulverherstellung ist die Sprühtrocknung. Als konvektives Trocknungsverfahren bietet sie den Vorteil, dass die Trocknung produktschonend ist und auf hohe Durchsatzleistungen ausgelegt werden kann. Es gibt jedoch auch einige spezifische Nachteile. Der hohe Bedarf an Prozessluft mit meist noch hohen Ablufttemperaturen setzt eine leistungsstarke, groß dimensionierte Anlagenperipherie (z. B. Ventilatoren, Filter) voraus und führt zu erheblichen Energieverlusten, während eine Kreisgasführung oder Wärmerückgewinnung sehr aufwendig ist. Zudem sind diese Milchpulver in ihrer Charakteristik untereinander sehr ähnlich und es gibt kaum Möglichkeiten, Pulver individuell zu gestalten. Die runde Partikelform und die Trocknungskinetik im Luftstrom führen zudem zu einem Einschluss des Milchfettes innerhalb der Partikel und damit zu einem geringen Freifettanteil. In der Süßwarenindustrie, insbesondere bei der Schokoladenproduktion, werden allerdings verstärkt karamellisierte Milchpulver mit hohem Freifettanteil gewünscht, da diese Eigenschaften den Geschmack und den Schmelz der Schokolade verbessern. Um vergleichbare Röstaromen im sprühgetrockneten Pulver zu erhalten, muss dieses nachträglich karamellisiert werden oder es wird dem Standard-Milchpulver ein Anteil Karamellpulver zugemischt. Mit dem CDry food steht hierfür jetzt eine weitere Alternative zur Verfügung.
Alternative zur Sprühtrocknung
„Aufgrund des großen Interesses aus der Lebensmittelindustrie und den positiven Versuchsergebnisse im Allgaier-Process-Technology-Technikum haben wir ein Entwicklungsprojekt mit dem Namen CDry – Fit for Food gestartet“, erläutert Dr. Christian Watzelt, Geschäftsführer Vertrieb der Allgaier Process Technology GmbH. Innerhalb dieses Entwicklungsprojektes wurde der CDry auf den aktuellen Standard der Maschinenrichtlinie für Nahrungsmittelmaschinen gehoben. Der so entstandene CDry food orientiert sich rein äußerlich zwar an der markanten Optik des CDry, überzeugt aber im Detail durch die hygienegerechte Ausführung aller produktberührten Teile. Dafür wurde unter großem Entwicklungsaufwand die Konstruktion der relevanten Anlagenbauteile unter Berücksichtigung der Guidelines der European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG) hygienegerecht umgesetzt.
Die Scheiben des Kontakttrockners besitzen einen Durchmesser von 900 mm, wodurch eine Trocknungsfläche von rund einem Quadratmeter pro Scheibe entsteht. Die Scheiben werden mit Sattdampf beheizt, sodass auf der Scheibenoberfläche eine Temperatur von 140 bis 145 °C herrscht. Damit das zu trocknende Produkt keinen Schaden nimmt, lässt sich die Verweildauer auf der Oberfläche über die Drehgeschwindigkeit der Scheiben steuern. Je nach Produkt und Restfeuchtegehalt lassen sich Leistungen von 30 bis 40 kg pro Quadratmeter Fläche und Stunde erzielen. „Der Trockner kann mit bis zu 16 Scheiben ausgerüstet werden“, sagt Entwicklungsingenieur Thomas Rupp. Die Scheiben können oberflächenbeschichtet geliefert werden oder unbeschichtet aus den hoch korrosionsbeständigen Edelstählen 1.4404 oder 1.4539.




