Jürgen Warmbold
Die Düsseldorfer Kamps AG ist Europas führender Backspezialist. Das Unternehmen, das über 11 400 Mitarbeiter beschäftigt und zu dem etwa 30 Großbäckereien gehören, verkauft verpackte frische Brot- und Backwaren bundesweit in rund 23 000 Filialen des Lebensmitteleinzelhandels (Golden Toast, Lieken Urkorn) und unverpackte frische Backwaren in 1000 eigenen Kamps Backshops.
In der Pfungstädter Großbäckerei des Unternehmens, die mit etwa 300 Mitarbeitern Toastbrot, Sandwiches, Hamburgerbrötchen, Croissants, Hefekuchen und kleine Rührkuchen der Marke Golden Toast herstellt, werden die Backwaren inzwischen automatisch palettiert. Als Kamps hier noch manuell arbeitete, war am Ende jeder Fertigungs- und Verpackungslinie ein Palettierplatz eingerichtet. Von dort wurden die Produkte mit Staplern in den Versand gefahren.
„Durch die Automatisierung haben wir unseren innerbetrieblichen Verkehr minimiert“, erläutert Tommaso D´Ambrosio, Technischer Leiter der Kamps-Großbäckerei in Pfungstadt. „Ferner profitieren wir von einem erheblichen Raumgewinn, da wir in den Verpackungszonen keine Fläche mehr für palettierte, auf ihre Abholung wartende Kunststoffbehälter benötigen.“ Heute fahren die Behälter gleich auf Band- und Rollenförderern in den Versand, wo sie von den Kuka-Robotern gestapelt werden. Überdies kann der Betreiber, weil er die Transportebene entsprechend hoch installieren ließ, den Hallenboden anderweitig nutzen. Vor diesem Hintergrund und täglich drei Schichten, brachte die Automatisierung auch spürbare wirtschaftliche Vorteile mit sich.
Im Mittelpunkt der Konzeption stehen die drei Palettierroboter KR 180 PA. Die Inbetriebnahme erfolgte, trotz eines engen, von Kamps vorgegebenen Zeitrahmens, termingerecht im Dezember 2002. Durch ihre anwendungsspezifische Kinematik sind die mit vier aktiven Achsen und einer passiven Zusatzachse ausgestatteten KR 180 PA genau auf Einsätze wie den in Pfungstadt zugeschnitten. Wegen ihres kleinen Massenträgheitsmoments, das auf der Verwendung des Kohlenstofffaser-Verbundwerkstoffs CFK für die Arme beruht, erreichen sie außerdem hohe Beschleunigungswerte. Aufgrund ihrer Programmierung starten die Roboter aber erst langsam, bevor sie deutlich schneller werden und später wieder sanft abbremsen.
„Dieser Verlauf ist für uns unabdingbar, denn so erzielen wir kurze Zykluszeiten und schonen gleichzeitig unsere Backwaren“, betont Tommaso D´Ambrosio. „Ebenso wichtig ist, dass die Roboter wenig Raum brauchen, obwohl sie mehrere Palettenplätze anfahren müssen. Andere Hersteller konnten angesichts der von uns geforderten Tragfähigkeit und Reichweite nur größere und teurere sechsachsige Roboter anbieten.“ Der Vorsprung der KR 180 PA basiert auf der hohen Steifigkeit ihrer leichten Arme, durch die sie in der Lage sind, Lasten im Gewicht von 180 kg bis auf Höhen von drei Meter zu stapeln.




