Es hat sich viel verändert seit die Brüder Heinrich und Johannes Brüggen 1868 in Neumünster die H. & J. Brüggen KG gegründet haben. Wo früher klassische Mühlenprodukte wie Haferflocken verarbeitet wurden, werden heute innovative Rezepturen und Verfahren für neue Produkte entwickelt. Das Unternehmen ist dafür bekannt, Trends schnell zu erkennen und aufzugreifen, um wechselnde Konsumentenwünsche zu erfüllen. So liefert Brüggen beispielsweise konventionelle und Bioprodukte in Premium- oder Discountqualität an internationale Handelsketten wie Aldi, Lidl und Carrefour. Dazu zählen auch die bekannten Riegel der Marke Knusperone.
Auf der Suche nach einem Partner, der eine derartig umfangreiche und komplexe Aufgabe wie die oben erwähnte Komplettlinie für die Riegelherstellung meistern konnte, fiel die Wahl auf Bosch Packaging Technology. Brüggen nutzt bereits seit mehreren Jahren Technologien von Bosch für die Verpackung seiner Produkte und hat gute Erfahungen in puncto Qualität, Zuverlässigkeit und Service gemacht. Aus diesem Grund erteilte das Lübecker Unternehmen Bosch im Juli 2010 den Auftrag für eine komplette Riegellinie. Bei der Umsetzung des Projekts waren mehrere Bosch-Standorte beteiligt, die Prozesstechnik kam aus Viersen, die Verpackung in Schlauchbeutel und danach in Faltschachteln aus dem schweizerischen Beringen und die Umverpackung in verkaufsfertige Kartons aus dem schwäbischen Remshalden.
Für Brüggen stand ein Aspekt besonders im Mittelpunkt: das Unternehmen wollte einen kontinuierlichen Produktionsprozess für die gesamte Riegelherstellung und -verpackung, realisieren und damit eine hohe Ausbringung gewährleisten. Das modulare Design der Bosch-Anlagen erwies sich hier als besonders vorteilhaft – Schnittstellen und Systeme können optimal aufeinander abgestimmt und so einfacher bedient werden. Ein weiteres Merkmal der Anlagen ist darauf ausgelegt, alle Linien- und Maschinenkomponenten leicht zugänglich zu gestalten, um Wartungs- und Stillstandzeiten zu minimieren.
Um die Herstellung einer Vielzahl von Riegeln nach verschiedenen Rezepturen und in unterschiedlichen Ausführungen gewährleisten zu können, wählten die Ingenieure eine Contiline für die Massezubereitung sowie das kontinuierliche Mischen, Ausformen, Kühlen, Schneiden und Überziehen von Riegelprodukten. Nach der Herstellung des Binders in der Riegelküche mischt ein WRM-Mischer mit gegeneinander laufenden Mischwellen produktschonend die jeweiligen Trockenstoffe mit dem Binder. Die aufbereitete Riegelmasse wird anschließend dem Zweiwalzenformer WRF zugeführt, der eine einheitliche Temperatur und somit eine einheitliche Produktkonsistenz sowie einen gleichmäßigen Masseteppich sicherstellt. Eine Profilwalze verleiht den Riegeln die gewünschte Form. Im Anschluss kühlt der Teppich im WRC-Kühltunnel auf die optimale Schneidetemperatur ab, bevor ein WRL-Längsschneider einzelne Stränge schneidet. Diese werden durch ein Spreizsystem aufgefächert und der WRQ-Querschneidemaschine zugeführt. Produktabfälle lassen sich einfach durch eine Trim-Optimierung auf ein Minimum reduzieren. Die Riegel werden anschließend je nach Ausführung in Schokolade getunkt oder dekoriert. Die Linie ist dafür mit zwei WRU-Bodentunkern mit eingebauter Temperierung ausgestattet, sodass ein Auswechseln der Schokolade möglich ist, ohne den Produktionsfluss zu unterbrechen. Zum Abschluss verziert ein Dekorator die Frucht-, Nuss- und Müsliriegel mit Schokostreifen oder -schlaufen. Riegel, die ohne Guss oder Verzierung verpackt werden sollen, können anhand eines Überbrückungssystems direkt der Verpackung zugeführt werden.




