Dipl.-Ing. Hubert Goergens
Mit dem Namen Zentis verbinden die Verbraucher fruchtig süße Frühstücksaufstriche wie Belfrutta oder Belmandel, Marzipan und sonstige Süßwaren. Schon im Jahr 1900 stellte Zentis das erste fruchtige Produkt her. Der Name „Famos“ (feinste Aprikosenmarmelade ohne Sirup) war ein Markenartikel zu jener Zeit. Der stetig wachsende Betrieb erforderte schnell größere Gebäude. Mittlerweile ist Zentis mit einer Verarbeitungskapazität von mehr als 700 t Frucht täglich einer der größten Frucht verarbeitenden Betriebe weltweit. 1954 wurde ein neuer Produktionszweig mit der Herstellung von Süßwaren angegliedert, darunter fällt auch das beliebte Marzipan. Mit letzterem stieg Zentis 1985 in die Gruppe der Marktführer auf, 1995 wurde in Aachen-Eilendorf ein neues Werk zur Süßwarenproduktion gebaut.
Bei der Planung des Werkes in Aachen-Eilendorf wurde großer Wert auf moderne Fertigungstechnik, Sicherheitsstandards, Qualitätssicherung und zentrale Datenerfassung gelegt. Nur durch konsequente Vorgehensweise bei der Erfassung und Speicherung aller Prozessdaten können die Produkte in gleich bleibender Qualität hergestellt werden. Dies ermöglichte dann auch die Zertifizierung nach ISO 9001. So wurde bereits bei der Planung ein redundantes Lichtwellenleiternetz (LWL-Netz) berücksichtigt.
Um die Qualitätsziele zu erreichen, werden im Feldbereich die Produktions- und Logistikdaten über drei Profibuslinien einem zentralen Server in der Engineeringabteilung übergeben. Dort werden dann die Daten mit einem Link dem übergeordneten Ethernetnetz des Bürobereiches zur Prozessoptimierung zur Verfügung gestellt.
Damit die Energiekosten nicht unnötig steigen, werden die Energiedaten aller Verbraucher, dazu zählen z. B. Beleuchtung, Absaugung, Kühlturm, Kompressoren etc., erfasst, gespeichert und im Prozessleitsystem PC-ÜSR von Siemens visualisiert.
Anlagenausfälle mit sehr hohen Folgekosten, beispielsweise des Kühlturms, der die Temperierung der Schokolade auf ±0,1 °K gewährleistet, werden unverzüglich als Mail und HTML-Seite an das Prozessleitsystem gemeldet. Diese Informationen können über einen Kommunikationsprozessor CP 443-1IT für Simatic S7-400 als Web-Server von allen PC-Terminals im Netz abgerufen und die entsprechenden Ursachen behoben werden. Darüber hinaus gelangen diese Meldungen über das Firmennetzwerk auch zum Pförtner. Das ist immer dann der Fall, wenn – wie im mann-losen Nachtbetrieb durchaus möglich – innerhalb einer gewissen Reaktionszeit keine Quittierung erfolgt. Von dort wird dann der entsprechende Bereitschaftsdienst bzw. die Engineeringabteilung informiert. Auf diese Weise lassen sich Stillstandzeiten und Kosten minimieren sowie die gesamte Fertigung optimieren.




