Speiseeis in bester Eisdielenqualität einerseits und ein internationales Vertriebsnetz andererseits – das scheint sich zunächst einmal auszuschließen. Das Manufaktur-Unternehmen Gelamor im ostwestfälischen Geseke zeigt, wie beides trotzdem geht: mit gleichbleibend hochwertigen Zutaten und mit maßgeschneiderter Produktionstechnik. Seit Frühjahr 2018 erweitert ein groß dimensionierter kryogener Froster die hochmoderne Ausstattung. Gekühlt wird mit Stickstoff von Linde.
Yilmaz Dag, der als Geschäftsführer und Produktionsleiter der Gelamor GmbH und ihrer Tochter Gelato GmbH die Herstellung von rund 2,6 Mio. l Speiseeis im Jahr verantwortet, ist sich sicher: „Das allerbeste Eis gibt es in der Eisdiele, direkt aus der Maschine in die Vitrine – ein Traum“. Aber er kommt mit seinen aktuell rund 100 Sorten schon sehr nah an dieses Ideal, was die DLG 2016 auch mit einem „Goldenen Preis“ anerkannte.
Tatsächlich begann die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens Gelamor vor über 20 Jahren mit einer klassischen Eisdiele in Delbrück bei Paderborn, nur wenige Kilometer vom heutigen Firmensitz entfernt. Daraus wurden im Laufe der Zeit über 60 „La Luna“-Eiscafés. Und die Eiskreationen aus Geseke gehen heute an Kunden in ganz Europa und sogar bis nach Usbekistan. Eine zweite Produktionsstätte wird 2018 in Saudi-Arabien aufgebaut.
Qualität wie aus kleinen Eismaschinen
Die Voraussetzung für diesen Erfolg ist dabei von Anfang an dieselbe geblieben: hochqualitatives Eis, hergestellt in eigener, sorgfältiger Produktion aus besten natürlichen Zutaten. So gewährleistet zum Beispiel ein nur geringer Luftaufschlag von max. 30 % die charakteristische zartcremige Konsistenz, die man bei einem konventionellen Industrieeis vergeblich sucht.
Die Qualität von Yilmaz Dags Eis sprach sich schnell herum. Nach und nach kamen weitere eigene Cafés dazu und auch externe Abnehmer, wie zum Beispiel Bäckereien, kamen zunehmend auf den Geschmack. Der gestiegene Bedarf war zwar einerseits eine schöne Bestätigung, führte die kleine Produktion aber andererseits bald an ihre Grenzen. Spätestens an diesem Punkt zeigte die Familie Dag nicht nur ihr Gespür für gutes Eis, sondern auch für mutige, zukunftsorientierte, unternehmensstrategische Entscheidungen: 2006 führten sie die bisher auf die einzelnen Cafés verteilten Eismaschinen in einer zentralen Produktion zusammen. 2009 folgte ein Neubau am heutigen Unternehmenssitz, der seitdem schon drei Mal erweitert wurde und aktuell im Tiefkühllager Platz für 1800 Paletten bietet.
Trotz dieses rasanten Wachstums arbeiteten die Dags beim Umzug in das neue Firmengebäude noch immer mit ihrer technischen Erstausstattung, teilweise rund um die Uhr. „Das war vor allem eine Qualitätsfrage“, nennt Yilmaz Dag den Grund dafür. „Wir haben einfach das Risiko gescheut, dass unser Eis durch andere Anlagen anders schmeckt – das hätten uns unsere Kunden nicht verziehen und wir uns auch nicht.“




