Josef König
Unter nahezu klinischer Schutzatmosphäre werden in einem der größten Fleisch verarbeitenden Betriebe Deutschlands in Frankfurt-Riederwald Brüh-, Koch- und Rohwurst, Schinken und Convenience fleisch produziert. Als letzter Check vor dem Weg zum Verbraucher wachen Metalldetektoren von Mesutronic auf acht Linien über verpacktes Fleisch und sieben Linien über verpackte Wurst. Die Metallsuchsysteme Transmetron 05 CI Touch, bestehend aus Metalldetektor, Förderband und Ausscheideweiche, sind in die Produktionsanlage integriert.
„Die Anforderungen sind sehr vielseitig“, sagt Lebensmitteltechniker Florian Wettstein von der Qualitätssicherung im Frankfurter Stammwerk von Brandenburg. Verpacktes Fleisch liegt in rund 120 Varianten für den Lauf unter den elektronischen Wächtern bereit: Fleisch mit oder ohne Knochen, mariniert und unmariniert, Suppenfleisch, Schnitzel, Minuten-Steaks, vakuumverpackt oder nicht. Für alle Stücke gilt: Sie müssen die Kontrolle durch die wachsamen Augen der Detektoren, die auf kleinste Metallspuren angesetzt sind, ohne Beanstandung überstehen. Edelstahl ab 3 mm, Eisen ab 1,5 mm und Buntmetalle ab 3,0 mm muss der Detektor laut innerbetrieblichen Vorgaben erkennen. Beim Ausbeinen können Spitzen von Messern brechen, aber auch abgesplitterte Teilchen der Schneidgeräte oder Fremdkörper unbekannter Herkunft sind mögliche Quellen für kleinste Metallpartikel.
Verunreinigungen im Produktstrom verändern das hochfrequente Abtastfeld innerhalb der Detektorspule. Die Feldänderung (Energieverschiebung) wird durch die Auswerteelektronik in einen Schaltimpuls umgewandelt. Dieser aktiviert über ein Magnetventil und einen doppelt wirkenden Pneumatikzylinder die Ausscheideweiche, so lässt sich das Messprinzip grob zusammenfassen.
Hat der elektronische Spürhund Lunte gerochen und ein Metallpartikelchen gefunden, macht er Meldung und sortiert es aus: Das verpackte Fleisch wird automatisch über einen Pusher oder über eine Klappe nach unten ausgeschieden und über einen separaten Auffangbehälter entsorgt. Die Auswurfzeit (Verweilzeit der Umlenkklappe) ist einstellbar. Folgen mehrere Metallteile innerhalb der eingestellten Zeit, wird die Ausscheidedauer jeweils um den eingestellten Wert verlängert.
Wegen der häufigen Produktwechsel und der unterschiedlichen physikalischen Leitfähigkeit der Wurst und der Fleischprodukte werden die Detektoren vor besondere Herausforderungen gestellt. „Wir müssen den Detektor auf das jeweilige Gewicht und die Empfindlichkeit einstellen. Doch dank der bereits gelernten und im Detektor abgespeicherten, produktspezifischen Parameter geht das einfach und schnell über die Produktwechselfunktion“, sagt Wettstein. Zwei- bis dreimal täglich wird mit-hilfe von Prüfmetallen auch die Funktionsfähigkeit der Detektoren getestet und protokolliert. „Bei jedem Produktwechsel wird im Linienblatt auch die Spalte für den Metalldetektor ausgefüllt“.




