„Rückblickend war es eine Entscheidung für die Zukunft“, sagt Stefan Prokosch, Senior Vice President Brand Management bei Linde Material Handling. „Heute bieten wir unseren Kunden nicht nur ein großes Portfolio an elektrischen Flurförderzeugen mit verschiedenen Energiespeichern an, sondern nutzen unser Know-how auch, um Fahrzeuge aller Art – von der Droschke bis zur Draisine – zu elektrifizieren.“
Als Anfang der 1970er-Jahre der erste mit Strom angetriebene Stapler der Marke Linde auf den Markt kam, war das große Potenzial der Elektromobilität noch nicht absehbar. Die Entwicklung zielte in erster Linie darauf ab, ein Gerät für Anwendungen in geschlossenen Hallen anzubieten. Mit dem Batteriestapler schlug Linde Material Handling ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte auf, denn Antrieb und Energiespeicher stellten andere technische Herausforderungen als das Flaggschiff, der Linde-Hydrostat. Highlights der ersten Elektrobaureihe im Traglastbereich von 1 bis 1,5 t waren der Zwei-Motoren-Frontantrieb für Wendemanöver auf kleinstem Radius sowie die vom Hydrostaten bekannte Doppelpedalsteuerung. Dies sollte den Wechsel zwischen beiden Antriebsarten für die Bediener erleichtern. In den folgenden Jahren stieg die Nachfrage nach elektrisch angetriebenen Staplern stetig. Denn die Zahl an Lagern und Distributionszentren wuchs – und damit der Bedarf an emissionsfreien Geräten. Parallel stiegen die Anforderungen an die geräuschlosen und emissionsfreien Indoor-Geräte: Die Kunden wünschten höhere Traglasten, mehr Umschlagleistung und eine größere Zahl an Varianten, um immer neue Anwendungsbereiche in Industrie und Handel abzudecken.
Kompaktachse als Meilenstein in der E-Stapler-Entwicklung
Die Weiterentwicklung von Leistungselektronik und Digitaltechnik ebnete den weiteren Erfolgspfad der Elektrostapler von Linde Material Handling. 1999 kam das erste Modell mit Drehstrom- bzw. Asynchronmotor ins Produktportfolio. Für diesen neuen Antrieb entwickelten die Ingenieure eigene Leistungs- und Steuerungsmodule. Dadurch konnten die Vorteile einer höheren Performance mit hoher Zuverlässigkeit sowie anspruchsvollen Außeneinsätzen verbunden werden. Klein und wartungsfrei, ließen sich die beiden Fahrmotoren außerdem samt Hubhydraulik und aller Steuerteile zu einer Baugruppe zusammenfassen – der Kompakt-Antriebsachse. Stromschienen ersetzten lange Kabelleitungen und sorgten in den neuen Modellen Linde E14 bis E20 ab 2006 für einen sparsameren Energieverbrauch. Erstmals gab es auch ein On-Board-Ladegerät für flexibles Laden an Steckdosen und obenliegende Neigezylinder für mehr Stabilität des Hubgerüsts. Weitere Features kamen 2010 mit den Modellen der Zwei- bis Fünf-Tonner dazu, beispielsweise die schwingungsentkoppelte Antriebsachse, die automatisch einfallende Handbremse, die digitale Akku-Ladeanzeige sowie schließlich eine Traktionskontrolle für besten Bodengrip. Das traf die Bedürfnisse vieler Anwender und führte nicht zuletzt dazu, dass Linde Material Handling Marktführer bei Elektro-Gegengewichtsstaplern in Europa wurde.




