Durch die wachsende Globalisierung unserer Märkte und Handelswege wird es immer schwieriger, die möglichen Gefahren zu kennen, zu benennen und unter Kontrolle zu halten. Nur durch ein effektives und einheitliches Qualitätsmanagementsystem aller Beteiligten in dieser Kette der Lebensmittelherstellung ist es möglich, Verantwortung an die eigentlich Beteiligten weiterzugeben. National agierende Markt- und Einzelhandelsverbände reagieren auf diese neuen Anforderungen des Marktes und der Verbraucher, indem sie für ihre direkten Zulieferer Qualitätsstandards entwarfen. Hier sei unter vielen anderen zu nennen:
- BRC (Lebensmittelverarbeitung/Großbritannien)
- BRC IoP (Verpackungsmaterialien/Großbritannien)
- IFS (Lebensmittelverarbeitung/Deutschland)
- GMP (Futtermittel/Niederlande)
- Dutch HACCP (Lebensmittelverarbeitung/Niederlande)
- Q+S (Futtermittel, Fleisch/Deutschland, Gemüse und andere)
Alle diese Standards basieren auf den Prinzipien der Guten Herstellungspraxis und der HACCP-Risikoanalyse. Wie jedoch zu sehen ist, sind diese Standards nur national und (oder) auf bestimmte Glieder in der Kette der Lebensmittelherstellung ausgerichtet. Für die Verbraucher und Verarbeiter bedeutet dies eine enorme Verunsicherung bezüglich dem Wert und der Glaubwürdigkeit dieser verschiedenen Qualitätssiegel.
Für die herstellenden bzw. verarbeitenden Unternehmen sowie die zugehörigen Dienstleister bedeutet dieser Zertifizierungsdschungel eine Mehrfachbelastung bezüglich der Zertifizierungskosten und dem zeitlichen Aufwand zur Vorbereitung und Durchführung der Audits durch den Zertifizierer.
Das Prinzip der integralen Kettenbeherrschung ist bei keinem dieser Standards bis in letzter Konsequenz vollzogen. Anknüpfungspunkte innerhalb der Kette der Lebensmittelherstellung sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Form bieten sich nur wenige. Wertvolle Synergien gehen verloren und eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse ist somit nicht vollständig gewährleistet.
Die International Organisation for Standarization ISO TC 34 WG 8 hat dieses Problem schon im Jahre 2001 erkannt und arbeitet derzeit an einer Lösung dieser Problematik: der ISO 22000 „Food safety management systems – Requirements for organizations throughout the food chain“. Die Ziele dieser neuen Standards sind folgende:
- Harmonisierung der verschiedensten Standards in der Lebensmittelbranche
- Einbindung der HACCP-Prinzipien in ein QMS




