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    Energiemanagement bei Carlsberg Srbija
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    Technik

    Energiemanagement bei Carlsberg Srbija

    Die Softwareplattform Zenon von Copa-Data übernimmt bei Carlsberg Srbija die Energiedatenanalyse, um den Energie- und Ressourcenverbrauch zu optimieren.
    Veröffentlicht
    01. September 2025
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Ein wichtiges Anliegen der Carlsberg-Gruppe ist das Thema Nachhaltigkeit. Das gilt auch für die 2003 übernommene Brauerei Čelarevo. So wurde etwa ein umfassendes Utility-Management-System für die Energiedatenanalyse und Kostenkontrolle eingeführt, um den Energie- und Ressourcenverbrauch zu optimieren. Weitere Analyseanwendungen überwachen die Wasseraufbereitung und das Kühlsystem am Standort.

    Gegründet im Jahr 1892 vom serbischen Großgrundbesitzer Lazar Dunđerski, ist
    die Brauerei Čelarevo seit 2003 Teil der Carlsberg-Gruppe. Das jährliche Produktionsvolumen von Carlsberg Srbija in Člarevo liegt bei 2 Mio. hl/a. Der schonende Umgang mit den Ressourcen Wasser, elektrischer Energie und Gas ist ist dabei ein wichtiges Anliegen. Die globale Strategie „Together Towards Zero“ der Carlsberg-Gruppe definiert klare Ziele. Mit Zero Carbon Footprint und Zero Water Waste will man CO2-Emissionen und Wasserverschwendung auf null reduzieren.

    Aufwendiges Energiemanagement

    Bis vor einigen Jahren wurden die Energieverbrauchsdaten noch aufwendig manuell erfasst. Die Zählerstände mussten vor Ort abgelesen und manuell in mehrere Tabellen eingetragen werden, um sie für die Berichterstellung nutzen zu können. Da für einige Werte keine Messgeräte vorhanden oder diese schwer zugänglich waren, war es nicht möglich, zu einem vollständigen Bild des Verbrauchs zu kommen. Die ebenfalls manuell erstellten Berichte waren zwangsläufig unpräzise und unvollständig. Die manuelle Erfassung der Daten erfolgte jeden Morgen ab 6 Uhr für die in den letzten 24 h gemessenen Zählerstände. Es gab weder die Möglichkeit, den Verbrauch bestimmter Schichten zu überwachen noch andere detailliertere Analysen durchzuführen. Eine rechtzeitige Reaktion auf auftretende Probleme war ohne eine kontinuierliche Überwachung so gut wie unmöglich. Eingriffe erfolgten erst nachdem Abweichungen im Verbrauch durch das manuelle Verfahren festgestellt wurden oder die Anlagen bzw. die Infrastruktur erkennbar überlastet waren.

    Um zeitnah auf Probleme oder Zwischenfälle reagieren zu können und eine systematische Überwachung des Energieverbrauchs sowie umfassende Datenanalysen zu ermöglichen, entschied sich die Brauerei, ein Energiemanagementsystems einzuführen. Den richtigen Partner für dieses Vorhaben fand Carlsberg Srbija in Uram System d.o.o. aus Gložan, einem Nachbarort von Čelarevo. Dessen Lösung USW 4 EnMS basiert auf der Softwareplattform Zenon von Copa-Data. Um die Nachhaltigkeitsziele der Gruppe zu erreichen, wurde das System so angepasst, dass es den Verbrauch von erneuerbaren Energiequellen – einschließlich Biogas und Hackschnitzel – überwacht.

    Energieverbrauchsdaten in Echtzeit

    Mit der automatisierten Lösung lassen sich nun Daten von 100 Messpunkten für elektrische Energie, Wasser, Dampf, Gas, Luft und CO2 erfassen, verarbeiten und darstellen. Das System befindet sich im Kontrollraum, in dem die Bediener die eingehenden Daten jederzeit überwachen und analysieren können. Anhand von Trenddiagrammen, Alarm- und Ereignislisten, ausführlichen grafischen Berichten sowie Leistungsindikatoren (KPIs) ist es möglich, den Verbrauch der Energieressourcen direkt zu beeinflussen. Durch die Überwachung des Energieverbrauchs in Echtzeit, sind Spitzen und Unregelmäßigkeiten in der Produktion besser erkennbar. Die Softwareplattform Zenon erfüllt alle kundenspezifischen Anforderungen, darunter auch die Vorgaben der ISO 50001, einer internationalen Norm zum Aufbau eines systematischen Energiemanagements. Zenon bietet die Möglichkeit, Daten mit anderen Datenbanken, einschließlich SAP oder anderen ERP-Systemen, auszutauschen. Die Verantwortlichen von Carlsberg Srbija planen, diese Möglichkeit bei der Einführung ihres neuen ERP-Systems zu nutzen.

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    Benutzerfreundlichkeit im Fokus

    Einer der größten Vorteile des neuen Energiemanagementsystems ist die Benutzerfreundlichkeit. Die Bildschirme können visuell an jeden Bediener angepasst werden. Dadurch ist es möglich, schnell und zuverlässig zu reagieren, wenn das System unerwünschte Veränderungen (z. B. erhöhter Verbrauch) feststellt. Die Bediener wiederum können unkompliziert durch verschiedene Verbrauchsübersichten navigieren und die Daten je nach Bedarf filtern: etwa nach relativen oder absoluten Zeitintervallen, nach standardisierten Tages-, Wochen- oder Monatsübersichten oder nach Produktionsaktivität, z. B. dem Energieressourcenverbrauch für eine bestimmte Produktserie.

    Wasseraufbereitung und Kühlsystem

    Nach der erfolgreichen Einführung des Energiemanagementsystems hat Carlsberg Srbija die Überwachungs- und Managementanwendung um weitere Analysemöglichkeiten erweitert. So folgte im nächsten Schritt die Überwachung der Prozesse für die chemische Wasseraufbereitung. Die Steuerung und Überwachung dieser Prozesse wurde bis dahin über drei verschiedene Komponenten gewährleistet: Pumpstation, Kohlefilter und Umkehrosmoseanlage. Es gelang, alles in einem einzigen Projekt mit drei Steuerungen umzusetzen. Das implementierte System basiert ebenfalls auf der Zenon-Softwareplattform. Es ermöglicht die zentrale Überwachung und Verwaltung der Prozesse der chemischen Wasseraufbereitung für die gesamte Anlage. Die Wasserproduktionskapazität liegt jetzt bei 165 m3/h. Der Bediener kann über die intuitive grafische Benutzeroberfläche die Versorgungsleistungen der gesamten Anlage vergleichen.

    Aufgrund der positiven Erfahrungen entschlossen sich die Verantwortlichen Zenon ebenfalls für die Modernisierung des Kühlsystems einzusetzen. Die Kühlanlage besteht aus sechs Ammoniakkompressoren, fünf Verdampfungskondensatoren sowie primären und sekundären Glykolpumpen. Die Anlage kühlt das im Sudhaus verwendete Wasser sowie die Hefe und die Bierwürze für die verschiedenen Gärprozesse. Das neue System ermöglicht es, die gesamte Kühlanlage zu überwachen und zu verwalten – mit einer umfassenden und nachvollziehbaren Alarmüberwachung. Potenzielle Gefahren, wie Temperaturanstiege oder Veränderungen des Ammoniakspiegels in den Sammelbecken, die durch Änderungen der Prozessparameter verursacht werden, können nun schnell erkannt und im Detail analysiert werden. Maßnahmen wie Reaktionen auf die Belastung der Ammoniakkompressoren können viel schneller ergriffen werden.

    Einsparungen in allen Bereichen

    Das System war noch nicht lange in Betrieb, als Carlsberg Srbija die Verbrauchszahlen senken konnte, obwohl die Produktion weiter anstieg. Die berichteten Einsparungen umfassen Verringerung des Verbrauchs bei Dampf, Wasser, Strom und CO2-Emissionen. Bislang wurden Einsparungen bei Dampf von 5,9 % und bei Wasser von 4,5 % erzielt. Außerdem wurden 2,5 % an elektrischer Energie eingespart und die CO2-Emissionen um 9,6 % reduziert. Auf den ersten Blick mögen diese Zahlen gering erscheinen. Doch sie sind signifikant und ein großer Schritt in Richtung Zero Water Waste. Auch die Umstellung auf automatische Datenerfassung, Berichterstattung und Analysen hat bereits deutliche Effizienzsteigerungen bewirkt. Die Zeit, die eingespart wurde, um Werte manuell zu erheben und berechnen, kann nun produktiver genutzt werden .

    Copa Data Germany, Ottobrunn

    Halle C5, Stand 460

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