Norbert Barlmeyer
Die Delta Hybrid-Aggregate haben auch in der Saalemühle im anhaltinischen Alsleben ein Problem mit Bravour gelöst. Dort musste das Mehl – immerhin ca. 24 t/h – in einen 65 m hohen Silo transportiert werden. Mit konventionellen Gebläsen mit einem maximalen Höchstdruck von 1 bar war das nicht mehr möglich. Seit 18 Monaten übernimmt diese Aufgabe ein Drehkolbenverdichter der neuen Baureihe Delta Hybrid mit einem konstanten Höchstdruck von 1,2 bar und damit deutlich unter dem maximal möglichen Höchstdruck von 1,5 bar. Ein zweites, kleineres Aggregat aus derselben Baureihe für eine zweite Förderstrecke wird dort dank der guten Erfahrungen mit der ersten Anlage in Kürze installiert.
Die Saalemühle in Alsleben zählt mit seinen drei Mühlenanlagen zu den leistungsfähigsten Mühlen Europas. Der Betrieb wurde 1992 durch die Familien Bindewald und Gutting übernommen und kontinuierlich erweitert und modernisiert. Die für den Produktionsprozess erforderliche Druckluft für die innerbetriebliche pneumatische Förderung der anfallenden Mühlenprodukte (Kleinkorn, Bruchweizen, Mehl, Futtermittel-Pellets) wurde zunächst mit ca. 20 nicht schallgedämmten luftgekühlten Drehkolbengebläsen der Aerzener Maschinenfabrik erzeugt, die bedarfsabhängig Höchstdrücke von 0,4 bar, teilweise aber auch von 0,95 bar, erzeugen. Die meisten Aggregate wurden in einer zentralen Station konzentriert, teilweise aber auch dezentral im Unternehmen installiert.
Die anfallenden Mühlenprodukte werden über Waagen und Zellenradschleusen in pneumatisch beaufschlagte Rohrleitungssysteme eingetragen. Die anschließende pneumatische Förderung arbeitete in allen drei Mühlenanlagen der Saalemühle mit einem Förderdruck von 0,90 bis 0,95 bar zunächst problemlos, solange die Produkte pneumatisch mit einer Höhendifferenz von nur 45 m in ein Silo gefördert werden mussten. Transportschwierigkeiten gab es erst, als die Produkte aus Mühle 1 ab 2007 pneumatisch nach einer zunächst waagerecht verlaufenden Förderstrecke von ca. 50 m in ein neues Mehlsilo mit der Höhe von 65 m transportiert werden sollten. Mit der alten Förderhöhe hatte das in diesem Förderstrang eingesetzte Aerzener Gebläse GM35S keine Probleme, da es für diese Förderhöhe ausgelegt war. Der Höhenzuwachs ließ sich durch das vorhandene Gebläse mit der bisherigen Druckdifferenz von 0,95 bar jedoch nicht mehr bewältigen. „Trotzdem haben wir zunächst versucht, die neue Förderhöhe mit dem bisherigen GM35S-Gebläse zu beschicken, indem wir den Höchstdruck von 0,95 bar weiter erhöht und damit das Gebläse überlastet haben. Das konnte dauerhaft nicht ohne Folgen bleiben. Störungen und Havarien am Gebläse waren die Konsequenz. Deshalb war es erforderlich, für dieses Problem eine Lösung zu suchen“, betont Holger Mattner. Der ehemalige Mitarbeiter der Saalemühle ist heute nicht nur Mitinhaber der auf dem Nachbargrundstück ansässigen Firma Hauser-Mattner GbR, einem Spezialisten für Druckluft- und Mühlentechnik mit 24 Service-Mitarbeitern und zusätzlichem Büro-Personal. Er betreut auch nach wie vor als externer Dienstleister und „Betriebsleiter Mühlentechnik“ die technischen Anlagen seines ehemaligen Arbeitgebers.




