Wasser spielt in allen Bereichen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie eine wichtige Rolle. In einigen Bereichen ist der feste Aggregatzustand entscheidend für die Produktqualität: Eis, speziell dünnes und trockenes Scherbeneis, ist beispielsweise beim Kuttern von Brühwurst, bei der Herstellung diverser Backteige oder zur Kühlung von Fisch und Meeresfrüchten unentbehrlich. Das Eis wird dabei einerseits als Zutat des Lebensmittels verwendet und dient andererseits als Kühlmedium. Die Eisscherben haben eine Dicke von ein bis zwei Millimetern und eine Dichte von circa 0,42 kg/dm3. Überall, wo Scherbeneis als direkte Zutat verwendet wird, ist der sehr geringe mechanische Widerstand gepaart mit der hohen Kühlleistung das zentrale Einsatzkriterium. Mithilfe dieser Eigenschaften lässt es sich hervorragend mischen und schont Werkzeuge sowie Cuttermesser oder Knethaken. Scherbeneis ist ein trocken durchgefrorenes Eis, das eine Temperatur von um die -7 °C hat und somit für eine schnelle Produktabkühlung, langanhaltende Frische und einfaches Handling sorgt.
Im badischen Kehl befindet sich der Stammsitz der Maja-Maschinenfabrik Hermann Schill GmbH & Co. KG. Hier wurde 1955 vom Firmengründer eine genial einfache Methode entwickelt, um Scherbeneis kostengünstig produzieren zu können. Das Grundprinzip hat sich bis heute nicht verändert: Ein rotierender Metallzylinder taucht bis zur Hälfte in eine mit Wasser gefüllte Wanne ein. Die Metallwalze ist dabei tiefgekühlt, da sie von Kühlmittel durchströmt wird. Bei jeder Umdrehung bildet sich eine dünne Eisschicht auf der Walzenoberfläche, die abplatzt, wenn sie an einer Klinge entlanggeführt wird. Diese Maja-Entwicklung hat einen sehr hohen Wirkungsgrad, arbeitet ohne Wasserverlust und beruht auf zuverlässiger sowie wartungsarmer Technik.
Maja produziert Scherbeneiserzeuger mit Tagesleistungen zwischen 85 kg und 12 t. Das Angebot reicht von steckerfertigen Kompaktmaschinen über Split-Lösungen für eine getrennte Aufstellung von Eiserzeuger und Kälteaggregat bis zu reinen Eiserzeugern zum Anschluss an eine bauseitig vorhandene Kälte-Verbundanlage. Als Kältemittel werden momentan verstärkt Kohlendioxid (R 744) und Ammoniak (R 717) eingesetzt. Maja-Kunden können grundsätzlich aus über drei Dutzend Maschinentypen auswählen. Sämtliche Eiserzeuger sind mit einem Steuerungsmodul ausgerüstet, denn die Eiserzeugung muss stets hygienisch einwandfrei und zuverlässig ablaufen. So überwacht die verbaute SPS im laufenden Betrieb den Maschinenstatus, beispielsweise ob alle Zu- und Ablaufventile funktionieren, ob die Wanne dicht ist oder wie es um die Kälteleistung oder die Umgebungstemperatur bestellt ist. Zusätzlich wird vor jedem Produktionsstart ein Selbsttest durchgeführt, der auch Fehler beim Zusammenbau nach einer manuellen Reinigung erkennt und meldet. Darüber hinaus lassen sich die Scherbeneiserzeuger optional mit einem automatischen Reinigungssystem bestellen. Hier steuert und überwacht die SPS den gesamten Reinigungsvorgang – von der Dosierung des Reinigers bis hin zum Klarspülgang.




