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    Ergonomisches Handling in der Tierfutterlogistik
    Bildquelle nicht angegeben
    Technik

    Ergonomisches Handling in der Tierfutterlogistik

    Moderne Hebesysteme von Timmer eröffnen Optimierungspotenziale in der Tierfutterlogistik.
    Veröffentlicht
    22. Juni 2026
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Der Heimtiermarkt wächst seit Jahren stabil und zeigt eine enorme Sortimentsvielfalt. Heute dominieren parallel 20- bis 25-kg-Säcke mit Trockenfutter, Kartonagen mit empfindlichen Nassfutter-Pouches, Dosen-Trays, Folienverpackungen oder Kunststoffeimer. Diese Vielfalt wirkt sich unmittelbar auf die Intralogistik aus. Moderne Hebesysteme eröffnen hier Optimierungspotenziale.

    Der anhaltende Boom im Heimtiersegment stellt die Logistik in der Produktion, im Lager und im Versand vor neue Herausforderungen. Immer größere Sortimente, häufige Produktwechsel und schwere, unhandliche Gebinde müssen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicher und schnell bewegt werden. Besonders die manuellen Schnittstellen zwischen Maschinen, Fördertechnik und Versandlager werden zum Nadelöhr: Hier bewegen Lagermitarbeiter schwere Ware nach wie vor händisch und unter Zeitdruck von A nach B. Die körperliche Belastung wird dabei häufig unterschätzt. Zwar sind moderne Produktionsstätten und Logistikzentren hochgradig strukturiert und IT-gestützt, doch das Bewegen der Ware erfolgt insbesondere an Übergabepunkten vielfach weiterhin manuell. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Dimension: Kommissioniert ein Mitarbeitender pro Schicht 400 Einheiten mit einem Einzelgewicht von 20 kg, bewegt er insgesamt 8 t.

    Effizient und ergonomisch

    In der produktionsnahen Intralogistik treten ergonomische Herausforderungen vor allem beim Abnehmen von Sackware aus Verpackungsmaschinen, dem Umsetzen auf Fördertechnik, dem manuellen Nachjustieren von Lagen sowie beim Palettieren am Linienende auf. Diese Tätigkeiten sind hochgetaktet und lassen sich aufgrund variierender Sackformate, Gewichte und Materialeigenschaften nur eingeschränkt automatisieren. Wiederholtes Heben, Drehen und Positionieren führt ohne technische Unterstützung langfristig zu Ermüdung, Leistungsabfall sowie einem erhöhten Risiko für Muskel-Skelett-Erkrankungen. Da diese Prozessschritte zugleich eine hohe Relevanz für den Gesamtdurchsatz haben, wirken sich Leistungseinbußen und krankheitsbedingte Ausfälle unmittelbar auf die Linienverfügbarkeit aus. Ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze an diesen kritischen Übergabepunkten sind daher kein reiner Arbeitsschutzaspekt, sondern ein zentraler Faktor für Mitarbeiterbindung und Lieferfähigkeit. Für Betriebsleiter ist die Investition in Handhabungstechnik letztlich eine wirtschaftliche Entscheidung. Was für die Technik spricht: Ein Vakuumheber amortisiert sich oft bereits durch die Vermeidung von ein bis zwei Langzeitausfällen pro Jahr. Zudem sorgen unterstützte Prozesse für konstante Taktzeiten über die gesamte Schicht hinweg, unabhängig von Ermüdung.

    Anspruchsvolle Gebinde

    In der Planung moderner Logistikprozesse dominieren häufig idealisierte Annahmen: standardisierte Kartons, berechenbare Lasten, definierte Greifpunkte. Die Realität in der Tierfutterindustrie sieht anders aus: Hier prägen formvariable, teils instabile Gebinde den Materialfluss und stellen insbesondere manuelle und teilautomatisierte Handlingprozesse vor erhebliche Herausforderungen. Säcke mit Trockenfutter beispielsweise sind unhandlich, denn der Inhalt kann sich verlagern. Der Schwerpunkt wandert, dementsprechend müssen die Bewegungsabläufe beim Heben permanent nachjustiert werden. Das erhöht nicht nur die körperliche Belastung, sondern reduziert auch die Prozessgeschwindigkeit. Hinzu kommt der hohe Anspruch an den Produktschutz. Verpackungen fungieren als Visitenkarte des Produkts. Beschädigte Folien oder deformierte Gebinde wirken sich unmittelbar auf die wahrgenommene Qualität aus.

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    Intuitive Technik für hohe Taktzahlen

    Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben sich Vakuumschlauchheber als Brückentechnologie zwischen manueller Arbeit und Vollautomatisierung etabliert. Entscheidend ist dabei die individuelle Auslegung auf konkrete Prozesse. Nur Systeme, die optimal auf Gebinde, Gewichte und Taktzahlen abgestimmt sind, werden im Arbeitsalltag tatsächlich genutzt.

    Für hochtaktige Pick-and-Place-Prozesse eignet sich beispielsweise der Quicklift von Timmer. Seine Einhandbedienung ermöglicht schnelle, fließende Bewegungen. Mit Tragfähigkeiten von bis zu 65 kg kann eine einzelne Person Aufgaben übernehmen, die zuvor im Zwei-Personen-Betrieb ausgeführt wurden. Spezielle Greifer wie der Multisauger mit Schaumstruktur gewährleisten dabei sicheren Halt auch bei grob strukturierten Kartonagen. Durch einen 90°-Schwenkkopf und 360°-Drehteller kann der Quicklift individuell an seinen Einsatzort angepasst werden.

    Verfügbare Greiflösungen für den Quicklift sind unter anderem der Kegsauger für Fässer, der Sacksauger für Sackware, der Balgsauger, die kleine Pakettraverse, ein Hakenadapter für Kanister oder Eimer mit Henkel sowie der Kistengreifer für Eurokisten oder Kleinladungsträger. Durch die gleichmäßige Verteilung der Haltekraft gelingt das Produkthandling besonders materialschonend, sodass Verpackungen, Füllungen und empfindliche Oberflächen unversehrt bleiben. Selbst instabile Sackware oder grob strukturierte Oberflächen lassen sich präzise heben, absetzen und drehen, ohne dass das Material verformt oder beschädigt wird.

    Präzise Positionierung

    Wo eine besonders präzise Positionierung erforderlich ist, etwa beim Palettieren schwerer Sackware, kommen Systeme mit Zweihandbedienung wie der Lightlift zum Einsatz. Optional sorgen Erweiterungen wie ein 360°-Drehteller sowie eine Fernbedienung für die Vakuumpumpe für maximale Anpassungsfähigkeit. Anwender können auf bewährte Sauger für verschiedene Anwendungen zurückgreifen, darunter etwa der Kegsauger, der Sacksauger oder der Rundsauger. Das Schnellwechselsystem ermöglicht zudem den werkzeuglosen Austausch der Greifer innerhalb weniger Sekunden. So wird das Hebesystem zum vielseitigen Multitool.

    Integration in Verpackungslinien

    Die Integration der Schlauchheber erfolgt meist modular an strategischen Knotenpunkten der Verpackungslinie, etwa am Ende von Absackstationen oder beim Umpacken von Trays in Versandkartons. Schwenkausleger mit Aktionsbereichen von bis zu 270° ermöglichen eine nahtlose Einbindung in bestehende Layouts, ohne Verkehrswege für Flurförderzeuge zu blockieren. Das geringe Eigengewicht der Aluminium-Kranausleger minimiert die Massenträgheit und unterstützt ein präzises, ermüdungsfreies Arbeiten.

    www.prozesstechnik-online.de

    Suchwort: Timmer

    Autorin: Selma Steinmeier

    Fachjournalistin

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