Herr Behrens, Cormeta bietet mit Foodsprint und Pharmasprint zwei SAP-Branchenlösungen für die Prozessindustrie. Stichwort Digitalisierung – wie beurteilen Sie die aktuelle Entwicklung in der Branche? Und welche Rolle spielen ERP-Systeme im digitalen Wandel?
Holger Behrens: Dinge wie IoT, Mobility oder Big Data werden längst als Ideentreiber wahrgenommen. Neben Start-ups wollen auch etablierte Hersteller und Markenartikler im Food-Bereich daran partizipieren, um sich damit neue Märkte zu erschließen. Die damit verbundene Flexibilisierung bzw. Modularisierung der Fertigung auf kleinste Einheiten erfordert jedoch höchste Datenverfügbarkeit – da die ERP-Systeme einen Großteil der Daten vorhalten, spielen sie eine zentrale Rolle bei Projekten dieser Art. Eine Echtzeit-Optimierung im individualisierten Fertigungsprozess verlangt auch Echtzeit-Daten, und diese liefert unter anderem das ERP.
Wie sollten solche Projekte also angegangen werden? Was raten Sie Ihren Anwendern aus der Food- und Pharmabranche?
Behrens: KMU, die ihre Stammdatenpflege auf die leichte Schulter nehmen, erleiden bei der digitalen Transformation leicht Schiffbruch. Spätestens wenn mobile Lösungen, Cloud-Anwendungen oder SAP S/4Hana im Unternehmen eingeführt werden, kommen erfahrungsgemäß erste Schiefstände zum Vorschein. Daten sollten deshalb als Wirtschaftsgut gesehen werden, für die ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, Zeit und Ressourcen bereitgestellt werden muss. Denn: Wer seine Stammdaten im Griff hat, kann Prozesse grundlegend optimieren und hat auch im digitalen Wettbewerb auf Dauer die Nase vorn. Als langjährig erfahrene SAP-Partner und Kenner der Branche unterstützen wir die Digitalisierung in den Unternehmen, indem wir Daten und Prozesse so miteinander verknüpfen, dass ein gewinnbringender Mehrwert über die gesamte Wertschöpfungskette entsteht.
Was ist also die Basis für eine gesunde Digitalstrategie?
Behrens: Digitalisierung beruht auf Daten. Besonders heute, wo immer mehr neue Technologien wie Big Data, Cloud-Lösungen und mobile Apps von der Prozessindustrie eingesetzt werden, ist eine „gesunde“ Stammdatenbasis die Voraussetzung für nahtlose Prozesse. Wer beispielsweise eine E-Commerce- und Omnichannelplattform aufsetzen möchte, der sollte in den Stammdaten aufgeräumt haben.
Und die Weichenstellung dafür bestimmt das ERP-System?




