Die halbautomatische Anlage Herma 311 schließt eine Lücke, für die es bisher keine betriebswirtschaftlich sinnvolle Lösung gab: Wer relativ kleine Gebindemengen von zwei Seiten etikettieren musste, war bislang auf ungenaue und zeitintensive Handarbeit angewiesen. Oder er setzte exakt arbeitende, vollautomatische Hochleistungsanlagen ein. Ihre hohen Anschaffungskosten und längeren Umrüstzeiten wirkten sich jedoch gerade bei geringen Gebindemengen ungünstig auf die Stückkosten aus.
Im Unterschied dazu bietet die halbautomatische Etikettiermaschine Herma 311 bei manueller Produktzuführung die Präzision einer Hochleistungsanlage. Die Voraussetzungen dafür liefern zwei clevere technische Detaillösungen: Eine Haltevorrichtung fixiert die Produkte genau im Moment der Etikettierung, und die beiden Etikettierer laufen dank der Servomotoren stets vollständig synchron mit der Zuführeinrichtung. Der Bediener stellt das Produkt einfach in eine Aufnahmevorrichtung. Dann schiebt er es manuell auf einem Schlitten, während das Produkt fest arretiert wird, zwischen zwei Etikettierern hindurch. Bei der Rückwärtsbewegung des Schlittens werden die Etiketten exakt aufgebracht und die Arretierung löst sich wieder automatisch. Dabei beeinflusst das Bedienungstempo oder eine mögliche Ungleichmäßigkeit der manuellen Bewegungsabläufe in keiner Weise die Präzision der Maschine. Die möglichen Gebindeformen reichen von flach, beispielsweise Faltschachteln, bis oval, zum Beispiel Flaschen. Der Größe der Produkte sind dabei praktisch keine Grenzen gesetzt – lediglich die Aufnahmevorrichtung muss angepasst werden. Der maximal mögliche Durchsatz liegt bei etwa 20 Packungen pro Minute. Die Haltevorrichtung für die Produkte lässt sich mit wenigen Handgriffen austauschen, so dass auch bei wechselnden Packungsformen kurze Rüstzeiten gewährleistet sind. Optional kann die Anlage zusätzlich mit einem Druckwerk für individuelle Etiketteneindrucke ausgerüstet werden.
Ihre großen Vorteile spielt die Herma 311 vor allem dort aus, wo oftmals kleinere Gebindechargen etikettiert werden müssen. Das trifft zum Beispiel auf hochpreisige Delikatessen zu, aber auch auf die saubere Kennzeichnung einzelner Fässer oder Kanister innerhalb der Produktion. Ebenfalls interessant ist der Einsatz der Anlage an Produktionsstandorten, an denen das Aufbringen umfangreicherer Etikettenmengen von Hand noch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Bei relativ geringem Investitionsaufwand trägt die Etikettiermaschine Herma 311 dazu bei, den Ausschuss signifikant zu minimieren, der aufgrund rein manueller und damit ungenauer Etikettierung den hohen optischen Qualitätsanforderungen nicht entspricht.
Aber auch bei großen Gebindemengen, die auf vollautomatischen Anlagen von zwei Seiten ausgezeichnet werden, sind jetzt neue Spitzenwerte bei der Positioniergenauigkeit möglich. Auf der Interpack präsentiert der Spezialist für Selbstklebetechnik eine Weiterentwicklung seiner Hochleistungsanlage Herma 362 M. Mit ihrer Fähigkeit, Produkte während des Etikettiervorgangs zu zentrieren und zu fixieren, sorgte sie bislang schon für beste Etikettierergebnisse. Durch den Einsatz von Linearmotoren lässt sich nun aber die Streckenlänge, die der Zentrierer synchron zum Transportband mitläuft, völlig frei und softwaregestützt variieren.




