Dipl.- Ing. Jürgen Lange
Gerade in größeren Anlagen mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Gerätetypen verschiedener Hersteller stellt die Inbetriebnahme von Profibus-Anlagen eine erhebliche Herausforderung dar. Die Geräteeigenschaften werden zwar einheitlich in den GSD-Dateien (Gerätestammdaten) definiert, die Bestimmung der Geräteadresse und eine manuelle Zuordnung der GSD-Inhalte zu den Geräten nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch. Der Konfigurator von Softing leistet hier wertvolle Unterstützung: Als Profibus Explorer scannt er auf Knopfdruck das gesamte Profibus-Netzwerk ab und erfasst alle angeschlossenen Geräte mit der zugehörigen Geräteidentifikation. Die Installation des Konfigurators enthält einen GSD-Pool mit Dateien einer Vielzahl am Markt verbreiteter Geräte. Automatisch werden die entsprechenden GSD-Dateien den beim Scannen erfassten Geräten zugeordnet und die Beschreibungen in die Datenbasis des Konfigurators übernommen. Gerätedaten stehen somit ohne manuellen Konfigurationsschritt zur Verfügung und werden übersichtlich in einer Baumstruktur dargestellt. Einziger Konfigurationsschritt ist das Anlegen projektspezifischer Variablen. Diese projektspezifischen Variablen können als OPC-Items bei Verwendung des OPC-Servers deklariert werden. Sämtliche Konfigurationsdaten werden in einer XML-Datei gespeichert und können so von anderen Anwendungen bequem importiert werden.
Als ein weiteres Plus bietet der Konfigurator Diagnosefähigkeiten: Über alle Softing- Interface-Karten können online Werte aus den Geräten ausgelesen werden. Kommunikationsfehler zeigt der Profibus-Konfigurator im Klartext an. Dies ermöglicht in einer frühen Inbetriebnahmephase das Eliminieren von Kommunikations- oder Parametrierfehlern.
Profibus-Konfigurator und OPC-Server unterstützen sowohl den zyklischen Datenverkehr gemäß DP-V0 als auch die asynchrone Kommunikation entsprechend der DP-V1-Erweiterung. Für den Einsatz in explosionsgeschützten Bereichen erfolgt die Kommunikation über Ex-Barrieren wie z. B. Segmentkoppler oder PA-Link. Die Adressierung der Gerätedaten im Ex-Bereich erfolgt über eine Slot/Index-Adressierung, Datentypen gemäß dem PA-Profil werden unterstützt. Über die standardisierte OPC-Schnittstelle ermöglicht der Profibus-OPC-Server von Softing beliebige Anwendungen zur Visualisierung, Datenerfassung oder Steuerung den bequemen Zugriff auf DP-, DP-V1- oder PA-Geräte. Dabei kann der OPC-Namensraum, also sämtliche Daten, auf die der OPC-Server lesend und schreibend zugreifen soll, auf drei verschiedene Arten festgelegt werden:
• Projektierung des OPC-Namensraums mit dem Konfigurator und Import in den OPC-Server aus der Konfigurations-XML-Datei
• Projektierung des OPC-Namensraums mit einem übergeordneten Werkzeug, das die Konfiguration in XML-Format exportiert und Import in den OPC-Server




