Zum Fördern hochviskoser Medien eignen sich Exzenterschneckenpumpen und druckluftbetriebene Membranpumpen. Welches Pumpprinzip letztendlich den Anwender überzeugt, hängt insbesondere von den Vorteilen der jeweiligen Bauart im Hinblick auf die konkrete Anwendung ab. Bei einem produzierenden Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie sind beide Pumpenarten im Einsatz.
Viele Unternehmen aus der abfüllenden, produzierenden oder verpackenden Industrie müssen viskose Flüssigkeiten aus Behältern oder Maschinen schnell, sauber und möglichst genau umfüllen. Neben vertikalen oder horizontalen Exzenterschneckenpumpen werden für derartige Anwendungen immer häufiger auch Druckluftmembranpumpen eingesetzt. Die Wahl des Pumpprinzips hängt von zahlreichen Faktoren ab.
Seit Jahren setzt ein Lebensmittelproduzent mehrere horizontale Exzenterschneckenpumpen von Jessberger in der Ausführung JP-700 HL 50 L ein, die über einen Stator aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) und auf der Saug- und Druckseite über Milchgewindeanschlüsse nach DN40-DIN11851 verfügen. Bei 350 min-1 fördern die Pumpen 40 l/min. Der Anwender verwendete sie für sein gesamtes Flüssigkeitshandling. Neben dünn- bis dickflüssigen Lebensmittelölen wurden auch Zuckerlösungen gefördert.
Stärken von Exzenterschneckenpumpen
Exzenterschneckenpumpen haben sich in der Getränke- und Lebensmittelindustrie als die am häufigsten eingesetzte Verdrängerpumpe beim Fördern dickflüssiger Medien bewährt. Bei dieser Pumpenart dreht sich ein Rotor – eine Förderschnecke aus Edelstahl – oszillierend in einem feststehenden Stator, der im Lebensmittelbereich z. B. aus Elastomeren wie EPDM gefertigt wird. Aufgrund der exakt aufeinander abgestimmten, gewendelten Geometrie von Rotor und Stator ergeben sich durch die Drehung des Rotors zwischen den beiden Komponenten gleichgroße Förderkammern. Das Kammervolumen ist immer identisch und wird während des Pumpens gleichmäßig von der Saugseite zur Druckseite der Pumpe hin verschoben. Wegen der Anordnung von Rotor und Stator entsteht bei diesem Pumpprinzip kaum Pulsation und es wirken auch keine großen Scherkräfte auf das Medium ein. Die Fördermenge einer Pumpe ist proportional zur Drehzahl des Motors, wobei die Drehzahl sowohl vom Material des Stators als auch von der Viskosität und der Abrasivität des Fördermediums abhängt.
Für den Hersteller war anfangs vor allem die gleichbleibende, pulsationsarme und schonende Förderung der Exzenterschneckenpumpen von Vorteil. Daneben haben die Pumpen der Baureihe 50L eine Förderleistung von bis zu 100 l/min bei 900 min-1 erreicht, die sich jederzeit über einen Frequenzumrichter regeln ließ. Aufgrund des freien Durchgangs konnten sie auch Feststoffe mit einer Korngröße von bis zu 8 mm fördern und garantierten wegen des immer gleichen Kammervolumens eine sehr hohe Dosiergenauigkeit. Wichtig war auch, dass es sich bei den Exzenterschneckenpumpen um eine sehr ruhige Pumpenart handelte und der Energieverbrauch gering war.




