John Kerwin
Die größte gesundheitliche Gefahr für den Verbraucher geht von Lebensmitteln aus, die mit Glas- und Metall kontaminiert sind. Metallische Verunreinigungen lassen sich sehr gut mithilfe von Metalldetektoren aufspüren, die in fast jeder Produktionsanlage installiert sind. Doch wie sieht es mit Gummiabrieb und Gummiteilchen aus? Sie lassen sich mit Metalldetektoren nicht feststellen. Auf der anderen Seite haben mit Gummiteilchen kontaminierte Lebensmittel in den vergangenen Monaten in Großbritannien mehrere große Rückrufaktionen ausgelöst. Als Quelle für diese Kontaminati-onen kommen beispielsweise Förderbänder, Schläuche oder Dichtungen in Betracht. Letztere sind weit verbreitet, weil sie für eine reibungslose Funktion von Rohrleitungs- und Pumpensystemen sorgen. Dichtungen sind oftmals unter aggressiven Prozessbedingungen, zum Beispiel hohe pH-Werte und Temperaturen, im Einsatz, die ein Integritätsrisiko darstellen. Fällt eine Dichtung aus, stört dies nicht nur den Anlagenbetrieb, sondern es besteht auch die Gefahr, dass Dichtungsteilchen in das Produkt gelangen können.
Da CIP- und SIP-Verfahren in der Lebensmittelproduktion üblich sind, müssen die hier eingesetzten Dichtungswerkstoffe vor allem gegenüber Wasserdampf und Reinigungsmitteln beständig sein. Weitere Parameter, die einen Einfluss auf die Wahl des Dichtungswerkstoffes haben, sind Temperatur und Druck. Wenn dann noch zwischen statischen und dynamischen Anwendungen unterschieden werden muss, zum Beispiel in einem IBC oder als Wellendichtung in einer Pumpe, wird klar, wie komplex die Auswahl des richtigen Elastomers mit der korrekten Härte für den jeweiligen Anlagenteil ist. Hinzu kommt, dass es in der Lebensmittelindustrie zahlreiche Vorschriften gibt, die ebenfalls bei der Wahl des Dichtungswerkstoffs bzw. der Dichtung zubeachten sind. Im Allgemeinen sind dies die international anerkannte FDA-Bestimmung 21CFR 177.2600 (Rubber articles intended for repeated use) sowie das US-Arzneibuch United States Pharmacopoeia (USP), Class VI. In Europa gilt es als anerkannte Regel, dass Dichtungen für lebensmittelverarbeitende Anlagen den Bestimmungen der EHEDG entsprechen müssen.
Zu den FDA-konformen Dichtungswerkstoffen gehören EPDM, NBR, HNBR, Silikonkautschuk sowie verschiedenen Fluo bzw. Perfluorelastomere. Dichtungen und andere Komponenten aus diesen Werkstoffen sind häufig blau eingefärbt, um sie, beispielsweise im Falle von Abrieb, besser im Produkt sichtbar zu machen. Diese rein optische Maßnahme ersetzt aber keine zuverlässige Detektierbarkeit.
Eine Lösung für die oben beschriebenen Detektionsprobleme ist Detectaseal. Diese Elastomercompounds erfüllen die branchentypischen technischen und rechtlichen Anforderungen. Darüber hinaus sind Partikel dieser Compounds bis zu einer Größe von 2 mm mithilfe eines Metalldetektors nachweisbar. Dieser von PPE entwickelte Dichtungswerkstoff ist in einem Temperaturbereich von -40 und +200 °C einsetzbar.




