Sharon Nowak
Jeder Produzent und Anwender von Tablettenpressen versucht, den Takt seiner Pressen bis an die Grenzen auszureizen. Eine dieser Grenzen besteht darin, die Presslinge noch sauber entformen zu können. Um diesen Vorgang auch bei sehr hohen Taktzahlen zu beherrschen, werden Schmiermittel wie Magnesiumstearat eingesetzt. Der Nachteil: Das Schmiermittel an sich ist eigentlich nicht erwünscht. Abhängig vom zu pressenden Produkt kann es nämlich dessen Qualität beeinflussen oder Rückstände bilden, wenn es nicht in der genau eruierten Menge eingespritzt wird. Ausgedehnte Untersuchungen haben gezeigt, dass die chemische Wirkung, z. B. die Relaxation, beim Einsatz von Magnesiumstearat bei gleichem Pressdruck und Tablettendurchmesser bei verschiedenen Stoffen unterschiedlich ist. Dieser Einfluss kann nur mit einer optimierten Dosierung des Schmiermittels gesteuert werden. Dass dabei auch noch weniger Schmiermittel notwendig wird, ist ein willkommener Nebeneffekt.
Typische Anwendungen hierfür finden sich im Pharmabereich mit den unendlich vielen Tablettenvarianten. Da die hygienischen Anforderungen der Pharmaindustrie sehr hoch sind, lassen sich die gleichen Dosiervorrichtungen auch für die Lebensmittelindustrie verwenden. Hier ist besonders die Herstellung von Brause-, Lutsch- und Kautabletten sowie von Sportlernahrung im Kommen.
Bei Neuinvestitionen stellt die Schmiermittelzuführung eigentlich kein Problem dar. Die großen Tablettenpressenhersteller kennen natürlich die besten Lösungen für ihre Pressen und können diese auch gleich vermitteln oder einbauen. Daneben gibt es aber eine ungleich größere Zahl von Anwendern, die viele Pressen im Einsatz haben, die noch nicht mit einer zuverlässigen Schmiermitteleinrichtung ausgerüstet sind. Der Wettbewerbsdruck zwingt aber alle Firmen, die Wirtschaftlichkeit ihrer Anlagen zu überprüfen. Unterstützung erhalten diese Anwender einerseits durch den Pressenhersteller oder durch einen Spezialisten für Dosier- und Förderanlagen für Pulver wie beispielsweise K-Tron.
Im Hochleistungsbereich muss die Schmiermittelzugabe exakt eingehalten werden. Das erfordert eine sehr präzise Dosierung mit hoher Kurzzeitgenauigkeit. Darüber hinaus müssen die Geräte den Hygiene-Normen für die Pharma- und Food-Industrie entsprechen. K-Tron hat deshalb seine Doppelschneckendosierer in Pharma-Ausführung speziell für den Einsatz an Tablettenpressen angepasst. Magnesiumstearat neigt zu Ablagerungen und Brückenbildungen.
Das Doppelschneckenprinzip bewirkt eine Zwangsdosierung und verhindert deshalb Ablagerungen im Dosierwerkzeug. Bekanntlich entsteht aber bei Schneckendosierern eine kleine, aber manchmal unerwünschte Pulsation am Austritt. Das wird bei dieser Anwendung einerseits durch eine elektronische Regeleinheit und anderseits durch ein Sieb am Austritt so gemildert, dass sie keinen Einfluss mehr auf die Funktion hat.




