Christel Kurowski
Das Büchi-Fettbestimmungssystem arbeitet nach der Methode des Schweizers Raphael Caviezel und besteht aus folgenden Geräten: der Extraktionseinheit B-815 zur Probenvorbereitung, der Detektionseinheit B-820 und dem Probenwechsler B-821.
Extraktion und Verseifung der Probenfette werden mit der Extraktionseinheit B-815 in einem Schritt durchgeführt. Das Verfahren der Probenvorbereitung ist für das Gerätesystem B-815/820 optimiert und nimmt dank Vorprogrammierung wenig Zeit in Anspruch. Durch die Verwendung statischer Kühler ist kein Wasseranschluss nötig.
Die Detektionseinheit B-820 übernimmt die gaschromatografische Trennung und Analyse von Fettsäuren oder Buttersäure in organischer Matrix. Als stationäre Phase wird hierbei eine mit FFAP-Sorbens gepackte Säule eingesetzt, als Trägergas dient Wasserstoff, zur Detektion wird ein Flammenionisationsdetektor (FID) verwendet. Das Temperaturprogramm für die Auftrennung der Fettsäuren auf der Säule ist fix programmiert und optimiert für die Einspritzung der mit der Extraktionseinheit B-815 vorbereiteten Probe. Der wahlweise interne oder externe Ausdruck sowie die Möglichkeit des Datentransfers zum PC tragen zur zügigen, GLP-konformen Analyse bei.
Das System kann optional mit dem Autosampler B-821 für bis zu 48 Proben ausgerüstet werden. Dies erhöht den Probendurchsatz und ermöglicht den automatisierten Betrieb.
Wie Bild 1 zeigt, unterscheidet man bei der Probenvorbereitung zwei Verfahren: Die Direktextraktion und die Filterextraktion. Welches der beiden Extraktionsverfahren im Einzelfall gewählt wird, hängt von der Probenmatrix und dem Fettgehalt ab. Insbesondere bei Proben mit geringen Fettgehalten und hohen Gehalten an reduzierenden Zuckern liefert die Filterextraktion meist die genaueren Ergebnisse und ist daher vorzuziehen.
Bei der Direktextraktion werden die homogenisierte Probe und der interne Standard (Tridecansäure) auf 0,1 mg genau in das Reaktionsgefäß eingewogen, mit ca. 1,5 g Kaliumhydroxid und 45 ml n-Butanol versetzt und 30 Minuten unter Rühren am Rückfluss gekocht. Im Gegensatz dazu wird bei der Filterextraktion die Probe in einen Faltenfilter eingewogen. Bei Pulvern oder flüssigen Proben wird Celite 545 im Faltenfilter vorgelegt und die Probe mit der Celite vermischt. Der interne Standard wird zusammen mit Kaliumhydroxid und n-Butanol im Reaktionsgefäß vorgelegt. Für die Filterextraktion beträgt die Extraktionszeit 40 Minuten.




