Heinz Schmitt
Lieferanten-Audits sind seit Jahren ein fester Bestandteil in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (NuG). Um einen einheitlichen Lebensmittelstandard zu erstellen, haben der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) und der fran-zösischen Fédération des Entreprises du Commerce et de la Distribution (FCD) den International Food Standard, einen weltweiten Maßstab für Qualität und Lebensmittel-Sicherheit, entwickelt. Dieser Standard, der seit dem 1. August 2007 in der Version 5 vorliegt, regelt eine einheitliche Überprüfung aller Fertigungsstufen, die an landwirtschaftliche Erzeugung anknüpfen bzw. in der Lebensmittel bearbeitet werden. Nach der Übergangszeit werden ab dem 1. Januar 2008 nur noch Audits nach der in wesentlichen Punkten überarbeiteten und verbesserten Version 5 akzeptiert. Der IFS wird zukünftig auch von den italienischen Handelsverbänden Federdistribuzione, ANCC und ANCD unterstützt.
Einige der Zertifizierungsstellen für IFS sind auch nach dem BRC-Standard (British Retail Consortium Standard) akkreditiert. Der BRC Global Standard Food gilt für Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie, die nach Großbritannien liefern.
Im IFS sind die nachfolgenden KO-Anforderungen definiert:
- Verantwortung der Unternehmensleitung
- Überwachung der CCP (Critical Control Point)
- Personalhygiene
- Spezifikation der Rohwaren und der Endprodukte
- Fremdkörpermanagement
- Rückverfolgbarkeit
- Interne Audits
- Verfahren zum Produktrückruf
- Korrekturmaßnahmen
Der IFS hat hierbei die Unternehmensleitung stärker in den Fokus gesetzt. Zu den erweiterten Punkten gehört auch die Überprüfung der Infrastruktur wie Gebäude, Versorgungseinrichtungen, Maschinen und Anlagen sowie das Arbeitsumfeld, wozu auch der Arbeitsplatz gehört. Dabei sollten Anlagen und Verfahrensabläufe – von der Warenannahme bis zum Versand – so gestaltet sein, dass eine Kontamination von Rohstoffen, Verpackungsmaterialien, teilverarbeiteten und fertigen Produkten vermieden wird. Das Risiko von Kreuzkontaminationen wird durch wirksame Maßnahmen minimiert.
Neben Fremdkörpern sind vor allem Mikroorganismen eine Gefahr für den Verderb von Frischlebensmitteln. Im Gegensatz zu Fertigungen mit CIP-Anlagen (Cleaning in Place) bestehen bei offenen Prozessen – wo die Nahrungsmittel auch einer Kreuzkontamination durch das Betriebspersonal ausgesetzt sind – erhebliche Gefährdungspotenziale. Die reinigungsgerechte Gestaltung dieser Produktionsanlagen ist deshalb sehr wichtig.




