Günter Leuker
Veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten haben zu einem stark veränderten Lebensmittelangebot geführt. Statt frisch vom Markt, kommen heute immer mehr Produkte frisch aus dem Tiefkühllager. Folglich nimmt der Pro-Kopf-Verbrauch von Tiefkühlkost, der heute bei etwa 35 bis 40 kg liegt, stetig zu. Dies gilt insbesondere für Fertiggerichte und Fisch, aber auch für tiefgefrorenes Gemüse. Für die sich hinter dieser Entwicklung verbergende Lagerlogistik ist „frisch” im übertragenen Sinne gleichbedeutend mit Betriebstemperaturen von -30 °C. Automatisierungskomponenten müssen daher bei Dauerfrost einsetzbar sein, um eine höchstmögliche Verfügbarkeit des Tiefkühllagers sicherzustellen.
Bei der Auslegung der Anlagenkomponenten eines Tiefkühllagers gilt es zu berücksichtigen, dass Mechanik-, Elektrik- und Steuerungsbaugruppen fit sein müssen für dauerhaften Betrieb bei -28 °C und weniger. So werden beispielsweise die Regalbediengeräte (RBG) für ein Tiefkühl-Hochregallager in der Regel aus kältezähem Spezialstahl gefertigt. Kältetaugliches Öl stellt eine reibungslose Funktion von Getrieben auch bei arktischen Umgebungstemperaturen sicher. Die auf einem RBG mitfahrende Steuerung ist in einer isolierten und beheizten Kabine untergebracht. Alle Antriebe im Tiefkühl-Hochregallager werden mit Heizungen ausgestattet. Gleiches gilt für die Sensoren. In vielen Tiefkühllägern, u.a. bei der Wagner Tiefkühlprodukte GmbH in Otzenhausen oder bei FFI Food GmbH in Remchingen, werden daher Lichtschranken der Baureihe WL 27-2 von Sick mit Erfolg eingesetzt.
Bei der W 27-2 handelt es sich um eine Lichtschranken-Baureihe, bei der der Anwender die Wahl zwischen drei Funktionsprinzipien hat. Beim Reflexions-Lichttaster WT 27-2 wird das ausgesandte Licht vom Tastgut selbst zurückgeworfen, empfangen und anschließend ausgewertet. Die Ge-räte besitzen Tastweiten bis zu 1500 mm. Mit Hilfe der Hintergrundausblendung werden Signale von Objekten, die hinter der eingestellten Tastebene liegen, elektronisch ausgeblendet. Reichweiten bis zu 14 m bieten die Reflexions-Lichtschranken WL 27-2. Das von ihnen ausgesandte Licht wird von einem Reflektor zurückgeworfen und wieder vom Gerät empfangen. Die Unterbrechung des Lichtweges führt zur Ausgabe eines Schaltsignals. Polarisationsfilter verhindern Fehlschaltungen beim Erfassen von glänzenden oder spiegelnden Objektoberflächen wie sie für mit PE-Schutzfolie umwickelten Paletten typisch sind. Bei der Einweg-Lichtschranke WS/WE27-2 schließlich sind Sender und Empfänger getrennt. Durch diesen Aufbau sind besonders hohe Reichweiten bis zu 35 m möglich. Auch hier wird durch Unterbrechung des Lichtweges ein Schaltsignal generiert. Gemeinsames Merkmal aller Sensoren ist nicht nur das schlagfeste, vollverschweißte Kunststoffgehäuse aus ABS, sondern auch die Möglichkeit einer kältetauglichen Ausführung für Umgebungstemperaturen bis -40 °C in Schutzart IP 67. Die integrierte Heizung hält Optik und Elektronik dadurch selbst bei arktischen Temperaturen funktionsfähig.




