Mitten im idyllischen Schweizer Emmental in Lützelflüh ist der Sitz der Kentaur GmbH. Schon seit 1846 produziert das Unternehmen Lebensmittel auf der Basis von Getreide. Heute werden Cornflakes und Weizenpops in vielen Varianten gefertigt und zum Beispiel an die großen Handelsketten Coop und Migros ausgeliefert. Kentaur betreibt nicht nur zahlreiche Produktionslinien, sondern verfügt auch über eine moderne Packerei. Dort werden auf mehreren Linien Eigen- und Fremdprodukte abgefüllt und in bedruckte Beutel und Faltschachteln verpackt.
Um noch besser auf Kundenwünsche reagieren zu können, wollte Kentaur eine ältere Anlage für die Abfüllung von Monoprodukten durch eine neue vollautomatische Verpackungslinie ersetzen, die zusätzlich für Mix-Anwendungen geeignet ist. Andreas Hebeisen, Betriebsleiter bei Kentaur, erklärt hierzu: „Wir müssen schnell und flexibel auf Aufträge reagieren können. Kentaur produziert bedeutende Losgrößen genauso wie Kleinstmengen. Außerdem wünschen sich unsere Kunden aus dem Handel zunehmend Mischprodukte.“ Bei der Verarbeitung von Getreideprodukten können keine aufwändigen Mischprozesse vor der Verwiegung durchgeführt werden, weil die starke mechanische Beanspruchung das Produkt beschädigen würde. Voraussetzung war daher, die veraltete lineare Waage durch eine moderne Mehrkopfwaage abzulösen, die gleichzeitig mischen und verwiegen kann. Die neue Linie sollte in der Lage sein, diverse Cerealien als Mono-, 2-Mix-, 3-Mix- und 4-Mix-Produkte in Beutel von 150 bis 750 g Füllgewicht zu verpacken. Außerdem waren hohe Geschwindigkeit und eine Verfügbarkeit von mindestens 95 % verlangt. Die Anlage musste von der Produktentleerung bis zur Endverpackung in Kartons sämtliche Komponenten umfassen. Zusätzliche Schwierigkeit waren die sehr eingeschränkten Platzverhältnisse in dem Produktionsgebäude von Kentaur.
Für die Planung und Installation der Linie beauftragte Kentaur Itech als Schweizer Vertretung von Ishida. Nach einer sorgfältigen Analyse vor Ort projektierten die Experten eine neue Verpackungslinie.
Wegen der nur sehr beschränkt vorhandenen Aufstellfläche und der geringen Deckenhöhe von 3,05 m wurde eine Anlage installiert, die sich über drei Etagen des Gebäudes erstreckt und über Durchbrüche verbunden ist. Die Zuführung der Produktkomponenten erfolgt von oben über vier Puffersilos mit zweimal 1200 l und zweimal 300 l Inhalt. Ein Stockwerk darunter gelegen, befördern vier vibrierende Zuführrinnen das Produkt von den Silos zu einer Mehrkopfwaage des Typs CCW-RS-216B von Ishida. Die 16-köpfige Waage verfügt über einen variablen Einlauftrichter mit 600 mm Durchmesser, der für Mix-Anwendungen aufgeteilt werden kann.
Bei der Verarbeitung von Monoprodukten, zum Beispiel klassischen Cornflakes oder gepufften Cerealien (Pops), wird die Mehrkopfwaage ausschließlich durch die beiden großen Puffersilos und deren Zuführrinnen bedient. Die aus Edelstahl gefertigten Schalen der Waage haben ein Fassungsvermögen von 3 l und das maximale Einzelabwurfvolumen beträgt 4,5 l. Die 16-Kopfwaage funktioniert nach dem Teilmengenwiegeprinzip: 16 Vorschalen beschicken 16 direkt darunter angeordnete Wiege- und Boosterschalen, aus denen der Computer die Kombination auswählt, die dem vorgegebenen Abfüllgewicht am nächsten kommt. Bei der Mix-Anwendung werden die gewünschten Anteile der Komponenten genau bemessen in den Sammeltrichter entleert. Eine ausgeklügelte Vibrationssteuerung sorgt für gleichmäßigen Produktfluss durch die Maschine. Der Bereich rund um die Waage und ihre Zuführung wurde großräumig eingehaust, damit die glutenfreien Produkte von Kentaur gegen Einflüsse von außen abgeschottet sind.




