Der Weg einer Haferflocke in der Müsliherstellung ist nicht zu unterschätzen. Vor allem schwindelfrei muss sie sein, wenn sie mit hoher Geschwindigkeit durch die Rohrleitungen saust. Stauballergien sind auch eher hinderlich, denn Staub findet man in einer solchen Produktion fast überall. Aus Sicherheits- und Hygienegründen wird dieser Staub abgesaugt. Aber mit dem Absaugen des Staubes ist nicht jede Gefahr gebannt: Staub, Zündquelle und Sauerstoff in der richtigen Konzentration – fertig ist die Explosion. Um die Auswirkungen einer solchen Explosion möglichst gering zu halten, ist konstruktiver Explosionsschutz notwendig. Unter diesen Sammelbegriff fallen verschiedenste Schutzmaßnahmen – eine davon die flammenlose Druckentlastung mit dem Q-Rohr von Rembe.
Letztlich findet im Q-Rohr ein Energieaustausch statt. Der spezielle Edelstahl-Mesch-Filter entzieht der Explosionsflamme die Hitze, löscht dadurch die Flamme, verringert das Gasvolumen und hält die Staubteile der Explosion zurück. Darüber hinaus wird die mit einer Explosion einhergehende Druckerhöhung und Lärmbelästigung auf ein kaum wahrnehmbares Maß minimiert. Abgesehen von der Reduzierung der Explosionsauswirkungen wird auf diese Weise auch der Schutz der Mitarbeiter und weiterer Anlagenteile gewährleistet, indem keine verbrannten und unverbrannten Stäube austreten können.
Ein Anwender des Q-Rohr ist der Nahrungsmittelhersteller Nestlé. Das Unternehmen geht sogar noch einen Schritt weiter und betrachtet nicht nur den Schutz seiner Anlagen und Mitarbeiter, sondern auch die Anlagenverfügbarkeit. Das heißt: Es kamen nur Schutzsysteme infrage, die den Produktionsprozess nicht behindern oder sogar unterbrechen.
Vor allem beim Twister-Projekt, einer neuen Pilotanlage von Nestlé in Orbe, Schweiz, kommt es auf Sicherheit und reibungslose Prozesse an. Denn was man hier im Prototypenstadium an Ausfallzeiten einspart, multipliziert sich später in den Produktionsanlagen, die Nestlé weltweit bauen wird.
„Es handelt sich bei der Installation um eine Pilotanlage für diverse Getreideprodukte. Die Produkte werden in kleinen Serien hergestellt und von internen und externen Testern getestet und probiert, bevor man dann das Verfahren auf eine große Produktionsstätte überträgt,“ erklärt Norbert Nemes von Nestlé, Development Engineer beim Twister-Project: „Wir sind mit dem Q-Rohr sehr zufrieden, denn der gesamte Produktionsprozess bleibt im Gebäude und wir brauchen keine Entlastungskanäle nach draußen.“
Und tatsächlich gestaltet sich die Planung, Installation und der spätere Betrieb der Anlage sehr einfach. „Wir sehen bei der Planung lediglich einen simplen DIN-Anschlussflansch vor und bevor die Anlage in Betrieb geht, ist die Montage der Q-Rohre mittels einem Dutzend Schrauben schnell erledigt“, so Nemes weiter. Nicht nur bei einer Pilotanlage ist Flexibilität das oberste Gebot. Wenn nicht schnell und wendig gehandelt werden kann, weil Zulieferer nicht reagieren, gehen jede Stunde Tausende Euro verloren.




