Dipl.-Ing. H. Seinsche
Mit Hilfe von Coextrusionsverfahren können vielfältigste Produkte hergestellt werden. Die Palette reicht von Snackartikeln über Frühstückscerealien bis hin zum Konfekt. Bei der Herstellung coextrudierter Produkte entsteht im Extruder zunächst ein endloser Hohlkörper. Noch vor dem Austritt aus dem Extruder wird der Hohlkörper beispielsweise mit Schoko- oder Fruchtmassen gefüllt. Danach wird der noch plastische Produktionsstrang in Einzelstücke zerteilt. Bei diesem Quetschvorgang werden gleichzeitig die Enden der Einzelstücke verschlossen. Das so entstandene kissenförmige und gefüllte Extrudat läßt sich anschließend noch mit einem passenden Überzug veredeln.
Voraussetzung für ein optimales Endprodukt ist eine pumpbare Füllung, die temperatur- und druckstabil ist. Außerdem muß die Masse nach dem Füllvorgang relativ schnell aushärten, um ein Ausfließen vor dem Schneiden zu verhindern.
Der modulare Aufbau des Extruders ermöglicht die Einstellung unterschiedlicher L/D-Verhältnisse. Normalerweise weist die Extruderkonfiguration ein L/D Verhältnis von 12:1 auf, das auch für die Herstellung von Snack-Artikeln ausreichend ist.
Flüssige und feste Zusatzprodukte wie Aromen oder Farbstoffe können dem Produkt an jedem Punkt des Extrusionsprozesses über entsprechende Öffnungen im Zylinder zugegeben werden. Dadurch ist eine maximale Flexibilität gegeben. Der Extruder läßt sich so mit einer Coextrusionsform und einem Einfülltank problemlos für die Herstellung koextrudierter Snack-Artikel umrüsten.
Um eine gleichbleibend hohe Produktqualität sicherzustellen, sind schlüsselfertige Anlagen zur Herstellung von Snack-Artikeln mit einer speicherprogrammierbaren Steuerung ausgestattet. Daneben beinhalten diese Komplettanlagen folgende Komponenten: Extruder, Trockner und Schneidevorrichtung sowie sonstige Zusatzeinrichtungen für die automatisierte Snackproduktion. Für relativ einfache Rezepturen können Einwellenextruder mit Erfolg eingesetzt werden. Aufgrund der besseren Mischwirkung und Selbstreinigung sind bei komplexen Rohstoffen Doppelwellenextruder effektiver.
Aus der Konstruktion des Extruders ergeben sich für den Betreiber folgende Vorteile:
• ein selbsttragendes Gestell macht ein Betonfundament überflüssig und gewährleistet zudem eine leichte Reinigung,
• Sterilität durch Arbeitstemperaturen von bis zu 200 °C automatisch gegeben,




