Viele Probleme, die bei der Verwendung von Pulvern in industriellen Prozessen auftreten, lassen sich auf mangelndes Wissen über das Verhalten pulverförmiger Schüttgüter zurückführen. Pulver ist ein sehr komplexes Material, dessen Fließeigenschaften von vielen Faktoren abhängt. Die Bestimmung der Fließfähigkeit und der Kohäsion der Teilchen eines Pulvers mit den Granudrum und Granuheap-Verfahren kann gute und umfassende Informationen für die Charakterisierung eines komplexen Granulats liefern. Aus diesen Informationen können Beziehungen zwischen den makroskopischen Faktoren (Fließfähigkeit und Kohäsion) und dem Verhalten des Pulvers auf der Verarbeitungslinie abgeleitet werden.
Bei der industriellen Verarbeitung werden Pulver häufig bewegt. Ebenso wie Flüssigkeiten kann auch ein Pulver anhand seines Verhaltens unter Schereinwirkung oder anhand der zwischen den Teilchen gefangenen Luft charakterisiert werden (Scherverdünnung/Scherverdickung). Außerdem ist es wichtig, dass die rheologischen Eigenschaften eines Pulvers unter realen Bedingungen und in Bewegung ermittelt werden. Zudem sollte die Entwicklung der Kohäsion des Materials beim Rühren beurteilt werden. Nur dann kann das Verhalten des Granulats bei der Verarbeitung vorhergesagt und verstanden werden. Zur Bestimmung der dynamischen Fließeigenschaften eines Pulvers hat Aptis ein geeignetes Messsystem entwickelt: Granudrum. Mit diesem System ist folgendes möglich:
- Klassifizierung der Proben anhand einfacher Konzepte, die auf der Bestimmung der Fließfähigkeit und Kohäsion beruhen.
- Quantifizierung der wichtigsten rheologischen Eigenschaften des Pulvers bei Bewegung zwecks Beurteilung und Vorhersage des Verhaltens bei der Verarbeitung.
- Überwachung der Eigenschaften des Pulvers, um die Verfahren jederzeit unter Kontrolle zu haben.
Die Granudrum-Messeinrichtung besteht aus einem Horizontalzylinder aus nichtrostendem Stahl, in dessen Enden Glasscheiben eingelassen sind. Die Größe des Zylinders hängt von der Größe der Probe ab und beträgt zwischen 10 und 100 cm3. Der Zylinder wird zur Hälfte mit dem zu untersuchenden Pulver gefüllt. Der Zylinder rotiert um seine Achse, das Pulver im Zylinder gerät in Bewegung und beginnt zu fließen. Während des Tests werden für jede Winkelgeschwindigkeit verschiedene Bilder des fließenden Pulvers im Granudrum-Zylinder gemacht. Die Lage der Luft-/Pulvergrenzfläche wird mithilfe der Bildanalyse ermittelt. Es werden die durchschnittliche Lage der Grenzfläche und die Bewegungen rund um diese Position errechnet. Die Kohäsion der Pulverteilchen im Zylinder und die dynamische Fließfähigkeit des Pulvers werden anhand der Bewegungen der Grenzfläche und der Grenzfläche selbst errechnet.




