Fässer mit einem Fassungsvermögen von von 50 bis 200 l, IBC-Gebinde und ganze Tankwagen mit fast 30 m3 Volumen sollen nach den Vorgaben des Herstellers innerhalb von maximal einer Stunde mit unterschiedlichen Speiseölsorten befüllt werden. Eine stationäre Fördereinrichtung kommt dafür aufgrund der verschiedenartigen Transportbehälter nicht infrage, stattdessen wurde bislang eine auf einem kleinen Wagen montierte Zahnradpumpe benutzt. Allerdings funktionierte diese nicht zufriedenstellend, da die Zahnräder der Pumpe zu stark beansprucht wurden.
Um den hohen Verschleiß und die damit verbundene häufige Wartung zu verringern, wurde das System daher im vergangenen Jahr auf eine Tornado-T.Sano-Drehkolbenpumpe umgestellt. Diese arbeitet mit zwei zweiflügligen Kolben, die präzise aufeinander sowie auf die Geometrie des Pumpenraums abgestimmt sind. Berührungen zwischen den Komponenten und der dadurch hervorgerufene Materialabrieb sind somit ausgeschlossen. Die Form der Drehkolben gewährleistet darüber hinaus eine hohe Robustheit im Betrieb, macht die Anlage aufgrund des großen Kugeldurchgangs unempfindlich gegen Fremdstoffe und erlaubt im Wartungsfall einen schnellen Austausch.
Allerdings mussten bei der Auslegung der Pumpe auch die besonderen Eigenschaften des Speiseöls berücksichtigt werden. So hatten in einem anderen Werk die dort eingesetzten Kreiselpumpen das Öl in Tröpfchen zerschlagen. Bei Drehkolbenpumpen kann eine Pulsation problematisch sein.
Um Letztere zu reduzieren, werden häufig für sensible Medien mehrflügelige Kolben verwendet. Netzsch arbeitet dagegen bei der Tornado-T2-Serie mit Förderkammern, in deren Innenwand kleine Taschen eingearbeitet sind. Sie sorgen dafür, dass das zu fördernde Gut ruhig in die Förderkammern einströmen kann. Die Pulsation liegt dadurch auch bei zweiflügeligen Kolben auf dem Niveau von vierflügligen Kolben, sodass das Speiseöl ohne Konsistenzveränderungen abgefüllt werden kann.
Um das Produkt exakt dosieren zu können, wurde die Pumpe mit einer Messzelle und einem Steuerungsschrank kombiniert. Über ein Display mit Touch-Funktion können verschiedene Abfüllprogramme aufgerufen und gestartet werden. Steuerungsparameter ist dabei jeweils das gewünschte Abfüllgewicht, das sich aus der Dichte des Öls und dem geförderten Volumen ergibt. Letzteres wird über einen in die Rohrleitung integrierten Turbinendurchflussmesser ermittelt, der den hygienischen Vorgaben entspricht. Da sich die Fördermenge der Pumpe über einen Frequenzumrichter individuell regulieren lässt, ergibt sich eine Dosiergenauigkeit von rund 1 % des Fördervolumens.
Damit sich das Pumpsystem samt Zubehör bequem zwischen den Abfüllstellen hin- und herfahren lässt, waren eine kompakte Bauform und ein geringes Gewicht ein wichtiger Faktor. Die T.Sano hatte hier dank ihrer Antriebstechnik einen besonderen Vorteil: Statt des gängigen, aber sehr komplexen und schweren Gleichlaufgetriebes wird in dieser Modellreihe ein Riemenantrieb verwendet. Dieser überträgt die Kraft vom Antrieb auf die Wellen und sorgt gleichzeitig durch seine Zahnung für die Synchronisation der Kolbendrehungen.




