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    Förderschläuche für ex-gefährdete Schüttgüter
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    Technik

    Förderschläuche für ex-gefährdete Schüttgüter

    Für Förderschläuche in explosionsgefährdeten Bereichen empfiehlt die Technische Regel für Betriebssicherheit TRBS 2153 die grundsätzliche Verwendung von
    Veröffentlicht
    09. November 2009
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Explosionsschutzmaßnahmen wurden bisher durch eine berufsgenossenschaftliche Richtlinie, die BGR 132, geregelt. Aufgrund des Status einer BG-Richtlinie war ihre Gültigkeit im Grunde auf bestimmte Branchen beschränkt. Dieses Manko konnte durch die Überführung der BGR 132 in eine Technische Regel für Betriebssicherheit, die TRBS 2153, ausgeräumt werden. Sie gilt bundesweit und branchenübergreifend. Der Ex-Bereich ist in verschiedene Zonen eingeteilt. Für Gase, Dämpfe oder Nebel erfolgt die Gruppierung in die Zonen 0, 1 oder 2, für Stäube in die Zonen 20, 21 oder 22. Die Zonen 0 bzw. 20 sind dabei die Zonen mit der höchsten Gefährdung. Darüber hinaus erfolgt eine Einstufung der Umgebung in die Explosionsgruppen I, IIA, IIB oder IIC. Bei den Betrachtungen zum Explosionsschutz unterscheidet die TRBS 2153 außerdem zwischen dem Transport von flüssigen Medien und Schüttgütern.

    Für den Transport brennbarer Flüssigkeiten mit niedriger Leitfähigkeit durch Zone 1, verursacht durch Stoffe der Explosionsgruppe IIA oder IIB gilt: Die Zone 1 liegt nicht im Schlauchinneren, sondern in der Umgebung vor, es wird von dem Transport durch Zone 1 gesprochen. Zusätzlich zu dem Steigungskriterium von max. 30 mm Wendelabstand des eingebetteten Stahldrahtes wurde auch das Kriterium der Überdeckung (Schlauchwandung) mit aufgenommen. Im Unterschied zu den bisherigen Regelungen begrenzt die TRBS 2153 die Überdeckung über dem Draht auf 2 mm, um eine gefährliche Entladung, die von der Außenwand des Schlauches abgeht, zu vermeiden.

    Die größten Unterschiede zur BGR 132 macht die TRBS 2153 beim pneumatischen Transport von Schüttgütern. Während es früher nur einen Betrachtungsfall – den Transport durch eine explosionsfähige Umgebung – gab, wird nun zusätzlich der Fall der explosionsfähigen Atmosphäre im Innern des Schlauches betrachtet und eine Unterscheidung zwischen brennbaren und nicht brennbaren Schüttgütern vorgenommen: Beim pneumatischen Transport nicht brennbarer Schüttgüter durch Zone 1 wird lediglich die äußere Umgebung des Schlauches berücksichtigt. Frage: Liegt außen eine explosionsfähige Atmosphäre vor? Die Kriterien wie Steigung kleiner 30 mm und Überdeckung kleiner 2 mm bleiben grundsätzlich bestehen. Allerdings war die Überdeckung in der BGR als Wandung unter dem Draht definiert, während jetzt die Wandung über dem Draht das entscheidende Kriterium ist. Die beidseitige Erdung der Spirale wird weiterhin vorausgesetzt.

    Der pneumatische Transport brennbarer Schüttgüter wurde neu aufgenommen. Er beschreibt den Zustand, dass im Schlauchinneren eine explosionsfähige Atmosphäre vorliegt. Das ist sehr häufig der Fall, denn nach objektiver Schätzung sind ca. 75 % der Schüttgüter brennbar. Es gibt hier keine Kriterien für Steigung und Überdeckung, dafür soll die Wandung aus leitfähigem oder ableitfähigem Material bestehen.

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    Untersuchungen haben gezeigt, dass beim pneumatischen Transport um den Faktor 100 höhere Ladungen auftreten können als beispielsweise beim Transport von flüssigen Medien. Werden diese Ladungen nicht sicher abgeführt, kann es – speziell bei dünnen isolierenden Materialschichten – zu Gleitstielbüschelentladungen kommen. Das alte Kriterium der Überdeckung innen (Wandung unter dem Draht) könnte somit kontraproduktiv sein, da die Wandung unter dem Draht bewusst gering gehalten wurde. Somit werden für diesen Fall unbedingt leitfähige oder ableitfähige Schlauchwandungen empfohlen, wobei die verwendeten Rohstoffe und nicht der Schlauch als Ganzes von Bedeutung sind.

    Der TRBS 2153 wurde bei der Überführung aus der BGR 132 folgende wichtige Kernaussage hinzugefügt: „In explosionsgefährdeten Bereichen sind grundsätzlich nur leitfähige und ableitfähige Gegenstände und Einrichtungen zu verwenden.“ Diese Aussage stellt Hersteller von Förderschläuchen vor eine Herausforderung, denn bei einigen Förderprozessen konnte diese Forderung aus verfahrenstechnischen Gründen bisher nur bedingt erfüllt werden. Einerseits müssen in der Pharma-, Chemie- und Lebensmittelindustrie Stäube gefördert werden, die eine explosionsfähige Atmosphäre im Schlauchinneren verursachen können. Andererseits fehlt den Rußen, die in den Schlauchmaterialien zur Ableitung eingesetzt werden, in vielen Fällen die lebensmittelrechtliche Zulassung. Ist diese in Ausnahmefällen vorhanden, ist der maximal zulässige Rußgehalt allerdings so gering, dass eine ausreichende Leitfähigkeit kaum gegeben ist.

    Ferner gibt es Schläuche, die mithilfe von Antistatika „antistatisch“ eingestellt werden. Die Verwendung von Antistatika ist jedoch problematisch, denn sie entfalten ihre Wirksamkeit durch Migration an die Schlauchoberfläche. Daraus resultiert die Gefahr, dass diese Additive durch die im Schlauch fließenden Feststoffe „ausgewaschen“ werden. Die Konsequenzen: Die Antistatika können in das Produkt eingetragen werden, was in vielen Anwendungen unter hygienischen Gesichtspunkten nicht hinnehmbar ist. Und: Der Schlauch verliert über die Zeit seine Ableitfähigkeit.

    Norres konnte dieses Problem nun lösen. Das Ergebnis sind die Schlauchfamilien Airduc, Protape und Barduc Pur MHF AS. An Stelle von migrierenden Antistatika kommt ein spezielles Wandungsmaterial zum Einsatz, das den Schläuchen eine permanent wirksame Ableitfähigkeit von < 109 Ω verleiht. Im Unterschied zu Schläuchen aus rußgefüllten Werkstoffen haben Airduc, Protape und Barduc Pur MHF AS eine milchig-transparente Oberfläche, durch die man das Fördergut beobachten kann.

    Die Airduc-, Protape- und Barduc-Pur-MHF-AS-Schläuche verfügen über eine lebensmittelrechtliche Zulassung für den gesamten Schlauch gemäß Richtlinie 2002/72/EG, einschließlich der jüngsten Änderungsrichtlinie 2007/19/EG. Sie tragen deshalb das Glas-Gabel-Zeichen – das Lebensmittellogo der EU.

    Online-Info www.dei.de/1109423

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