Kartoffelchips sind ein Massenprodukt. Während Konsumenten vor allem an den knusprigen Genuss denken, stehen Produzenten vor der Herausforderung, große Mengen effizient und ressourcenschonend zu fertigen. Besonders der beim Frittieren entstehende Brüden rückt dabei in den Fokus der Verfahrenstechnik. Die thermische Nachverbrennung mit Wasserstoff bietet sich als nachhaltige Alternative an.
Ob als knuspriger Begleiter beim Fernsehabend, als salzige Alternative zu Süßwaren oder als Genussmoment zwischendurch – Kartoffelchips zählen zu den beliebtesten Snacks Europas. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von mehreren Kilogramm sind sie längst fester Bestandteil der modernen, wenn auch ernährungsphysiologisch nicht unbedenklichen, Alltagskultur.
Weniger bekannt ist, welch hochentwickelte und automatisierte Prozesse hinter der industriellen Herstellung dieses vermeintlich einfachen Produkts stehen. Der gesamte Produktionsprozess – von der Rohkartoffel bis zum abgepackten Endprodukt – erfolgt auf höchstem technischen Niveau. Moderne Frittierlinien, ausgelegt auf Durchsatzleistungen von mehreren Tonnen Chips pro Stunde, gewährleisten eine gleichbleibend hohe Produktqualität bei gleichzeitig optimierter Energieeffizienz.
Ein charakteristisches Nebenprodukt dieses Prozesses ist der sogenannte Brüden: ein feuchter Abluftstrom, der beim Frittieren entsteht. Er besteht im Wesentlichen aus Wasserdampf (überwiegend aus dem Wassergehalt der Kartoffeln stammend), Luft und feinen Aerosolen mit Anteilen des eingesetzten Frittieröls. Der Brüden wird über großvolumige Hauben und Abluftsysteme oberhalb der Fritteusen erfasst und bedarf einer aufwendigen Abluftbehandlung.
Thermische Nachverbrennung
Die Herausforderung liegt in den ölhaltigen Bestandteilen dieser Abluft, die aufgrund ihres Umweltrisikos und ihrer Geruchsintensität nicht unbehandelt emittiert werden dürfen. Je nach Anlagenausführung und gesetzlichen Vorgaben kommen daher spezialisierte Abluftreinigungssysteme wie Kondensationsanlagen, Ölabscheider, Nasswäscher oder thermische Nachverbrennungen (TNV) zum Einsatz.
Ein bewährtes Verfahren zur Behandlung solcher Abluftströme ist die TNV. Dabei wird der Brüden in eine Brennkammer geleitet, in der durch die Verbrennung von Erdgas ein stabiler Hochtemperaturbereich geschaffen wird. Ziel ist es, im Abgasgemisch eine Mindesttemperatur von 850 °C zu erreichen – ein Schwellenwert, bei dem organische Bestandteile zuverlässig oxidiert und damit unschädlich gemacht werden. Nachgeschaltet erfolgt üblicherweise eine Wärmerückgewinnung über Thermalöl- oder Frittieröl-Wärmetauscher, wodurch die im Brüden enthaltene thermische Energie wieder dem Prozess zugeführt wird, z. B. zur Aufheizung des Frittieröls.




