Zum Inhalt springen
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
    Ernährungsindustrie-Newsletter
    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.
    Newsletter abonnieren

    Info

    • Impressum
    • Datenschutz
    • Barrierefreiheit
    • Datenschutzeinstellungen

    Kontakt zur Redaktion

    Deutsche ErnährungsindustrieKonradin Mediengruppe
    Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen

    E-Mail: redaktion@konradin.de
    Folgen Sie uns
    Deutsche Ernährungsindustrie
    © 2026 Deutsche Ernährungsindustrie
    Startseite/Technik/Artikel
    Frühzeitige Anpassungenzahlen sich aus
    Bildquelle nicht angegeben
    Technik

    Frühzeitige Anpassungenzahlen sich aus

    Mit der PPWR verschärft die EU die Anforderungen an Verpackungen entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette. Steffen Kampmann, Partner bei Prof. Roll & Pastuch, erklärt was Unternehmen jetzt beachten müssen.
    Veröffentlicht
    12. August 2026
    Lesezeit
    3 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Mit der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) verschärft die EU die Anforderungen an Verpackungen entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette. Die meisten verbindlichen Vorgaben und Pflichten für Unternehmen gelten ab dem 12. August 2026. Steffen Kampmann, Partner bei Prof. Roll & Pastuch, erklärt was Unternehmen jetzt beachten müssen.

    Herr Kampmann, die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR gilt ab August 2026. Wie ernst ist die Lage für Unternehmen der Lebensmittelindustrie?

    Steffen Kampmann: Sehr ernst und viele unterschätzen das noch. Die PPWR ist keine graduelle Anpassung bestehender Regeln, sondern ein struktureller Systemwechsel. Harmonisierte Umweltkennzeichnungen, strengere Recyclingfähigkeitsanforderungen, Materialnachverfolgbarkeit: Das betrifft das gesamte Verpackungsportfolio. Wer jetzt nicht handelt, riskiert den Marktzugang und erhebliche Compliance-Kosten.

    Was sollten Unternehmen kurzfristig konkret anpacken?

    Kampmann: Drei Dinge sollten auf jeden Fall sofort angegangen werden. Erstens: ein vollständiges Verpackungsaudit mit den Fragestellungen ‚Welche Materialien sind im Einsatz? Welche sind bereits PPWR-konform? Wo gibt es Lücken?’ Zweitens die Lieferkette einbinden: Lieferanten müssen jetzt auf Recyclingfähigkeit und Rückverfolgbarkeit verpflichtet werden. Drittens: interne Verantwortlichkeiten klären. Die PPWR ist kein reines Nachhaltigkeitsthema, sondern braucht Ownership in Einkauf, der Produktentwicklung und Rechtsabteilung gleichzeitig.

    Welche Rolle spielen digitale Lösungen dabei?

    Kampmann: Digtiale Lösungen spielen eine sehr zentrale Rolle. Track-and-Trace-Systeme werden zum Pflichtbaustein. Gerade für die Materialnachverfolgbarkeit. Darüber hinaus ermöglichen digitale Produktpässe eine konsistente Dokumentation über die gesamte Wertschöpfungskette. Wer hier früh investiert, schafft nicht nur Compliance, sondern auch Transparenz gegenüber Handel und Endverbraucher. Das kann ein echter Wettbewerbsvorteil sein.

    Wie sollte das strategisch eingebettet sein?

    Kampmann: Wer PPWR nur als Compliance-Aufgabe behandelt, verschenkt Potenzial. Aus unserer Beratungspraxis wissen wir, die nachhaltige Transformation des Verpackungsportfolios sollte direkt mit der Pricing-Strategie verknüpft werden. Nachhaltige Verpackung ist für viele Konsumenten ein Kaufargument und damit eine gute Basis für Preisaufschläge und entsprechend neue Margen. Regulatorische Anforderungen frühzeitig zu antizipieren und aktiv in die Gesamtstrategie zu integrieren, ist der entscheidende Unterschied zwischen reaktiven Unternehmen und solchen, die den Wandel zu ihrem Vorteil nutzen und effektiv monetarisieren.

    Mehr aus Technik

    Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Technik.

    Alle Technik-Artikel
    GS1 und Google starten Pilotphase für Native Scanning mit GS1 DataMatrix
    Technik

    GS1 und Google starten Pilotphase für Native Scanning mit GS1 DataMatrix

    2. Oktober 2026

    GS1 Germany und Google erproben ab Januar 2026 das Native Scanning von GS1 DataMatrix Codes – mit direktem Potenzial für Track-and-Trace und Kennzeichnung in der Lebensmittelindustrie.

    Festo übernimmt Gummiwarenfabrik Neddermann
    Technik

    Festo übernimmt Gummiwarenfabrik Neddermann

    2. Oktober 2026

    Festo SE & Co. KG integriert zum 1. Januar 2026 die Gummiwarenfabrik R. Neddermann GmbH und baut damit seine Fertigung und Kompetenz im Bereich Dichtungstechnologie aus.

    ← Zurück zu TechnikZur Startseite

    Ernährungsindustrie-Newsletter

    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.

    Gibt es bereits Best Practices, von denen Lebensmittelhersteller lernen können?

    Kampmann: Durchaus. Das bekannteste Beispiel der letzten Jahre ist vermutlich die Umstellung auf recycelbare Papierverpackungen bei Smarties. Seit 2021 spart Nestlé damit jährlich rund 250 Mio. Plastikverpackungen – umgerechnet rund 400 t Plastik. Der Lerneffekt für die Lebensmittelindustrie: Wer früh in Monomateriallösungen und neue Produktionslinien investiert, ist nicht nur auf Compliance-Anpassungen vorbereitet, sondern senkt langfristig auch seine EPR-Abgaben durch ökomodulierte Gebührenstrukturen. Zudem stieß die Umstellung auf großes Interesse der Medien und Konsumenten. Ein Beleg dafür, dass eine Vorreiterrolle bei ökologischen Verpackungen den Markenwert stärken kann und aus Pricing-Sicht den Unterschied zwischen Kostenlast und nachhaltigem Profithebel bildet.

    Prof. Roll & Pastuch, Osnabrück

    Die PPWR:   Das müssen Sie wissen

    Die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Packaging and Packaging Waste Regulation – PPWR) ist seit dem 12. August 2026 verbindlich. Betroffen sind alle Unternehmen, die Verpackungen oder verpackte Produkte in der EU in Verkehr bringen. Ziel ist es, Verpackungsabfälle zu vermeiden, Verpackungen kreislauffähig zu gestalten und den Einsatz von Rezyklaten zu erhöhen. Für die Lebensmittelindustrie stehen insbesondere Kunststoffverpackungen im Fokus. Ab 2030 gelten für Verpackungen erstmals verbindliche Rezyklatanteile: 30 % für lebensmittelberührende PET-Verpackungen, 10 % für lebensmittelberührende Verpackungen aus anderen Kunststoffen sowie 35 % für sonstige Kunststoffverpackungen. Bis 2040 steigen diese Quoten auf 50 %, 25 % bzw. 65 %. Ausnahmen gelten unter anderem dort, wo der Einsatz von Rezyklaten die Lebensmittelsicherheit beeinträchtigen würde. Bis Ende 2026 wird die EU-Kommission verbindliche Methoden zur Berechnung und Verifizierung des Rezyklatanteils vorlegen. Hersteller müssen die Einhaltung der Quoten dokumentieren – beispielsweise über Zertifikate wie ISCC Plus – und sich ggf. von unabhängigen Dritten auditieren lassen. Für Lebensmittelkontaktverpackungen gelten parallel strenge Vorgaben der EU-Verordnung 2022/1616, insbesondere zur Zulassung der Recyclingtechnologie durch die EFSA.

    Darüber hinaus müssen Verpackungen bis 2030 grundsätzlich recyclingfähig sein. Unnötige Verpackungen und Leerraum sind zu vermeiden, Verpackungsgewichte zu minimieren und bestimmte Einwegverpackungen werden schrittweise eingeschränkt. Unternehmen der Lebensmittelbranche sollten daher ihre Verpackungskonzepte, Materialauswahl und Lieferketten frühzeitig anpassen, um die neuen Anforderungen wirtschaftlich und regulatorisch sicher umzusetzen.

    DAS INTERVIEW FÜHRTE FÜR SIE Daniela Held

    Redakteurin

    „Digtiale Lösungen wie Track-and-Trace-Systeme spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der PPWR.“

    Hygienic Design in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Normen und Praxis
    Technik

    Hygienic Design in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Normen und Praxis

    1. Oktober 2026

    Hygienic Design bezeichnet die konstruktive Gestaltung von Maschinen, Anlagen und Bauteilen so, dass mikrobiologische, chemische und physikalische Kontaminationen systematisch verhindert werden. Dieser Fachartikel…

    MULTIVAC gewinnt Deutschen Verpackungspreis mit Cooling@Packing
    Technik

    MULTIVAC gewinnt Deutschen Verpackungspreis mit Cooling@Packing

    29. September 2026

    MULTIVACs Cooling@Packing-System integriert den Kühlprozess von Backwaren in eine Tiefzieh-Verpackungsmaschine und wurde mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet.