Die Grenzstandsensoren von Negele arbeiten nach dem kapazitiven Funktionsprinzip. Messelektrode, Medium und die leitende Behälterwand bilden einen elektrischen Kondensator. Die Kapazität eines Kondensators wird im Wesentlichen durch die drei Faktoren Abstand und Größe der Elektrodenflächen sowie Art des Dielektrikums zwischen den Elektroden beeinflusst, wobei lediglich die Art des Dielektrikums beim Grenzstandsensor von Interesse ist. Die Messelektrode und die Behälterwand können als Kondensatorplatten, das Medium als Dielektrikum betrachtet werden. Bedingt durch die höhere Dielektrizitätszahl (DK-Wert) des Mediums gegenüber Luft (DK = 1), nimmt die Kapazität des Kondensators bei Bedeckung der Elektrode zu. Eine Freilegung der Elektrode bewirkt das Gegenteil. Die Änderung der Kapazität wird durch die Elektronik ausgewertet und in einen entsprechenden Schaltbefehl umgewandelt. Als Ausgang gibt die Sonde ein 24-V(DC)-Signal ab (Aktivausgang). Die Umstellung zwischen den Schaltfunktionen min. und max. (leer/voll) erfolgt über das Umpolen der Spannungsversorgung. Das Funktionsprinzip setzt voraus, dass die Spitze aus PEEK-Material vollständig vom Medium umgeben ist. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass die Sonde nicht auf Schaum oder Anhaftungen anspricht, sondern erst dann ein Signal bringt, wenn der tatsächliche Grenzstand durch das Medium erreicht ist. Je konstanter die dielektrische Leitfähigkeit und Temperatur des Mediums, desto besser sind die Bedingungen für die kapazitive Messung. Änderungen der äußeren Bedingungen sind in Medien mit hohen DK-Werten generell unkritischer.
Die für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie konzipierten kapazitiven Grenzstandsensoren wurde völlig überarbeitet und in ihrem Funktionsumfang erweitert. Es steht eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten zur Verfügung. Der Grenzstandmelder, der den Sensor NWM ersetzt, ist unter der Bezeichnung NCS-x1 erhältlich. Wie bei der alten Version erfasst der Sensor Medien mit Dielektrizitätskonstanten größer als 20 und ist unempfindlich gegenüber Schaum und Anhaftungen. Das Gerät bietet einige Vorteile im Vergleich zu den alten NWM. Der Einsatz eines 10-stufigen Schalters ermöglicht es, die Schaltschwelle des Grenzstandmelders individuell festzulegen. Dies bietet den Vorteil, dass ein definierter Messbereich für das Medium eingestellt werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, Ersatzgeräte und Geräte, die in gleichen Medien eingesetzt werden, identisch einzustellen. Dies erlaubt einen schnelleren Sensorwechsel, als es bisher möglich war.
Neben dem Ersatz für die bisher gebauten kapazitiven Grenzstandsensoren NWM, wurde ein baugleiches Gerät entwickelt mit dem sich Medien erfassen lassen, die bisher nicht erkannt wurden. Der Sensor NCS-x2 schafft die Detektion von Medien mit einem geringen Wassergehalt, beispielsweise einige Kosmetika oder Alkohole. Wie die Sensoren der Baureihe NCS-x1 kann der NCS-x2 einfach gegen die alten Grenzstandsensoren ausgetauscht werden. Neben den Vorteilen des NCS-x1 besteht beim NCS-x2 die Möglichkeit, zwischen zwei Messbereichen (DK $ 5 und DK $ 20) mithilfe des zusätzlichen Eingangs umzuschalten. Auf Wunsch kann der Eingang als Ausgang für den empfindlichen Bereich programmiert werden. Dadurch wird die Detektion zweier Medien mit unterschiedlichen DK-Werten möglich.




