Aseptische Produktionsverfahren erfordern Prozessmesstechnik im Hygienic Design. Die Orientierung an Standards und Richtlinien wie GMP, FDA, EHEDG und 3A ist hierbei unerlässlich. Wichtige Konstruktionskriterien sind Vermeidung von Toträumen, abgerundete Ecken, glatte Oberflächen und selbst ablaufende Konturen. Ziel ist eine sichere Reinigung, um jede Schädigung des Produkts durch Mikroorganismen, Fremdkörper und Reinigungsrückstände zuverlässig auszuschließen. Alle Materialkomponenten müssen neben der Beständigkeit gegenüber den an der Messstelle herrschenden physikalischen und chemischen Bedingungen auch die Eignung für den Einsatz in Lebensmittelapplikationen aufweisen. Die Anpassung der Instrumentierung an den Prozess erfolgt mit Adaptionssystemen wie Einschweißmuffen, Flanschen oder Adaptern, deren Dichtungskonzept auf Metall- oder Elastomerdichtungen beruht. Eine besondere Stellung bei den genormten Anschlüssen nimmt die aseptische Verbindung nach DIN 11864 ein. Sie wurde auf der Grundlage der Empfehlungen der EHEDG erarbeitet und berücksichtigt die Erkenntnisse über die hygienegerechte Gestaltung von Rohrverbindungselementen. Auch die Beachtung der Außenseite der Messgeräte wird künftig an Bedeutung gewinnen, weil die EHEDG den Begriff produktberührte Oberflächen strenger definiert als die für die Gestaltung von Nahrungsmittelmaschinen grundlegenden Normen DIN EN 1672-2 und ISO 14159.
Das Prozessanschlusssystem PZM ist von der EHEDG zertifiziert. Es trägt als erster Sensor seiner Klasse das neue Zertifikat Type EL-Aseptic Class I. Dies sagt aus, dass alle produktberührten Oberflächen reinigbar und in-line-dampfsterilisierbar sind und dass das Anschlusssystem zudem mikrobiologisch dicht gegenüber dem Außenraum ist. Konkret bedeutet das, dass der Prozessanschluss PZM zum Betreiben eines aseptischen Prozesses eingesetzt werden kann. Das Innere der Sensoren wird durch gehäuseseitige Maßnahmen gegen raue Umgebungsbedingungen geschützt. Die Schutzarten IP67 und IP69K sind gewährleistet.
Die digitalen Drucktransmitter Piezomess PZM und Piezotec PZT der Serie 200 zeichnen sich durch einfaches Handling und hohe Zuverlässigkeit aus. Sie reagieren äußerst sensibel auf Druckänderungen und sind für Vakuum-, Relativ- und Absolutdruckmessungen von 100 mbar bis 100 bar verfügbar. In das Gehäuse ist das Anzeige- und Bedienmodul Opus 200 integriert (Serie 200). Optional kann das Bedienmodul auch als externes Gehäuse mit Steckeranschluß (Serie 201) geliefert werden, mit dem dann alle Geräte direkt am Messort programmiert werden können. Dies geschieht über drei Tasten auch ohne Druckvorgabe menügeführt. Alle Konfigurationsdaten lassen sich in Opus 200 speichern, was den Austausch und die Übertragung der Einstellwerte auf andere Geräte der Serie 200 erleichtert. Eine Reihe von Parametern, beispielsweise die Tanklinearisierung, kann während des Betriebes angezeigt werden. Für die Konfiguration und Kommunikation aus der PC-Ebene ist das Modul mit einer 4-20 mA Hart-Schnittstelle versehen.




