Fischreste werden meist entsorgt oder zu billigem Tierfutter verarbeitet, dabei enthalten zum Beispiel die Häute der Wasserlebewesen wertvolle Proteine. Die Vinh Hoan Corp., einer der größten Pangasius-Exporteure Vietnams, hat daher neben der Filetproduktion eine eigene Herstellungslinie für Kollagenpulver aufgebaut. Netzsch Pumpen & Systeme lieferte hierfür eine Kombination aus leistungsstarkem Doppelwellenzerkleinerer und hygienischer Drehkolbenpumpe aus Ganzmetall.
Das fischverarbeitende Unternehmen Vinh Hoan Corp. mit Sitz im Mekong-Delta ist weltweit einer der Hauptanbieter des dort heimischen Pangasius und versorgt Kunden in rund 40 Ländern. Neben Fischfilet zählt ein Kollagenpulver mit dem Markennamen Amigen zu den Hauptprodukten.
Gewonnen wird das Pulver per enzymatischer Hydrolyse aus den Fischhäuten, die bei der Herstellung der Filets anfallen. Um die je nach Alter des Fisches rund 18 cm langen Häute zur Verarbeitung transportieren zu können, benötigte der Betrieb eine geeignete Pumpentechnik. Netzsch richtete dazu eine hygienische Lösung mit geschlossenen Leitungen und einer Pumpe ein, die eine Kontamination des Rohstoffs verhindert und gleichzeitig die Sauberkeit in der Produktionsumgebung gewährleistet.
Robuster Zerkleinerer bewältigt auch harte Störstoffe
Problematisch bei der Anwendung war, dass die Fischhäute im Verhältnis 80:20 mit heißem Wasser gemischt werden und mit rund 2 bar Druck zur Zerkleinerung gelangen, wodurch sie sehr schnell sind und die Gefahr bestand, dass unbehandelte Teile durchrutschen könnten. Zum Einsatz kam daher ein Doppelwellenzerkleinerer, dessen Geschwindigkeit sich an den Durchfluss der schwierigen Mediumsmischung anpassen lässt, um ein optimales und konsistentes Schnittergebnis zu erreichen.
Hohe Förderleistung, einfache Wartung
Die zerteilten Hautstücke fließen aus dem Zerkleinerer direkt in eine T.Proc-Drehkolbenpumpe, die die weitere Förderung übernimmt. Die Pumpe, die zur Tornado-T2-Serie von Netzsch gehört, eignet sich insbesondere aufgrund ihres großen freien Kugeldurchgangs für das sehr stückige Fördergut. Selbst mit gröberen Hautstücken, die wegen ihrer glitschigen Konsistenz doch durch den Zerkleinerer gerutscht sind, kann die Pumpe problemlos ohne Verstopfungsgefahr umgehen: Statt eines komplexen gewendelten, mehrflügligen Drehkolbens, der anfälliger für Defekte und schwerer zu reinigen oder zu warten ist, drehen sich hier zwei glatte, zweiflüglige Kolben gegenläufig und fördern das Material kontinuierlich von der Saug- zur Druckseite. Diese Bauweise lässt dem Reststoffbeladenen Medium viel Raum und ermöglicht es gleichzeitig, bei Bedarf die Drehkolben einzeln und ohne großen Aufwand auszubauen.




