Thomas Feldmeier
Mitten in der Nachtschicht in einem Getränkebetrieb wird ein Ventil undicht. Die Fruchtschorle läuft aus dem Leckageröhrchen des Ventils, und das auch noch im Aseptikbereich. Häufig ist in solchen Fällen auch kein Wartungspersonal verfügbar. Die Suche nach dem richtigen Ersatzteil hat mithilfe eines Kollegen dennoch geklappt. Jetzt wechseln die Anlagen-Bediener den Metallbalg in der Funktionsunit im Aseptikbereich selbst und versuchen die Stillstandszeit so kurz als möglich zu halten. Hektik und die Unsicherheit, etwas falsch zu machen, begleiten die Aktion. Zwei Stunden später ist es geschafft und die Linie wird wieder angefahren.
So oder ähnlich haben sich schon zigmal Situationen in Prozessanlagen der Getränke- und Lebensmittelindustrie abgespielt. Vor allem aseptische Dichtelemente wie Bälge oder Manschetten sind sensibel gegenüber Prozesseinflüssen wie Druckschwankungen oder Kondensatschläge. Auch sind Bälge sehr vorsichtig beim Einbau zu behandeln, um nicht gleich wieder Probleme kurz nach dem Wiederinbetriebnehmen zu haben. Ein Anschlagen der Falten eines Metallbalgs beim Einbauen in das Gehäuse, führt zu einer Deformation des Biegeradius und zu einem sehr schnellen Bruch des Balges nach nur wenigen Schaltungen.
Inzwischen hat sich ein Dichtelement mit verbesserten Eigenschaften am Markt etabliert: Die aseptische Manschette aus dem Material P³ ist gerade für Anlagen mit extremen Beanspruchungen und langen Anlagenlaufzeiten zur Produktionssicherheit optimal geeignet. So wurden zum Beispiel in Kooperation mit dem Anlagenbauer Krones bei einer Softdrink-Anlage die verbauten Metallbalgventile komplett auf P³-Manschetten umgerüstet. Da bei solchen Anlagen hohe Drücke, regelmäßige Reinigungszyklen in Verbindung mit dem Rund-um-die-Uhr-Betrieb für eine hohe Belastung der aseptischen Hubkompensatoren sorgen, müssen die Verschleißteile öfter gewartet werden – die Stillstandszeiten sollten bei diesen Leistungsvolumina aber so gering wie möglich gehalten werden. Der Einsatz zeigte: die Lebenszeit der P3-Manschette ist im Vergleich der aseptischen Dichtelemente doppelt so hoch, ihre Funktionalität stabil, sie erweist sich als ideale Barriere zur Außenatmosphäre und schützt das Produkt in der Zuführung bis zu seiner Abfüllung zuverlässig vor externen Einflüssen. Auch hier ist wieder das Gesamtpaket des Dichtelements entscheidend: Temperaturbeständig bis 160°C, chemisch vergleichbar resistent wie PTFE und dazu noch die hohe Druckstabilität bis 10 bar. Wie für jedes Dichtungssystem gilt auch hier: Je weniger die Grenzwerte erreicht werden, desto besser für die Lebenszeit des Materials bzw. der Komponente im Bezug auf nicht mechanischen Verschleiß und Alterung.
Ein zusätzliches Argument für den Einsatz von Ventilen der Baureihe SVP Select mit P³-Manschette als Hubkompensator ist die Tatsache, dass der EHEDG-Reinigungstest bestanden wurde. Das heißt: Auch über diesen Standard wurde das gute Ablöseverhalten des Materials P³ in Verbindung mit dem kompletten hygienischen Design des Sitzventils nachgewiesen.




