Die Temperatur gehört zu den wichtigsten Prozessparametern in der Lebensmittel- und Getränkeproduktion. Deshalb werden an Temperaturmessgeräte enorm hohe Anforderungen gestellt. So werden für eine genaue Prozesssteuerung kurze Ansprechzeiten gefordert. Da die Messstellen durch regelmäßige Reinigungszyklen großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, müssen die Geräte schnell reagieren sowie verlässlich und vor allem langzeitstabil arbeiten, um die Frequenz der erforderlichen Kalibrierzyklen möglichst gering zu halten. Die Techniker von Endress+Hauser haben diese komplexen Anforderungen bei der Entwicklung der Food-Thermometerfamilie iTherm TM4xx umgesetzt.
Die modular aufgebauten Thermometer gibt es in der Basisvariante TM401 und in der Spitzenausführung TM411. Beide Ausführungen unterscheiden sich hinsichtlich der Ansprechzeit und der Austauschbarkeit des Messeinsatzes.
Der iTherm-Quicksens-Messeinsatz zeichnet sich durch eine sehr kurze Ansprechzeit t90 von 0,75 s aus. Dadurch lassen sich beispielsweise Erhitzungs- und Kühlungsprozesse exakter regeln. Die Bandbreite, mit der der Regelkreis um die Solltemperatur schwingt, kann somit enger gefahren werden. Der daraus resultierende Energiespareffekt macht sich durch einen verminderten Dampf- und Kühlwasserbedarf über einen längeren Zeitraum deutlich bemerkbar. Die Kombination aus schneller, präziser und stabiler Temperaturmessung garantiert dem Anwender eine zuverlässig hohe Produkt- und Prozessqualität, eine sichere Regelung näher am Prozesslimit sowie eine verbesserte Energienutzung.
Ein weiterer Vorteil der TM4xx-Thermometerfamilie sind deutlich geringere Mindesteintauchlängen. 20 bis 30 mm sind bereits ausreichend, um reproduzierbare Messergebnisse sowohl im Prozess als auch bei der Gerätekalibrierung zu erhalten. Auch in Verbindung mit Einschweißschutzrohren in Nennweiten von DN 10 bis DN 40 (T-Stück/Eck-Stück) ist eine sichere Temperaturmessung selbst bei kleinen Rohrnennweiten sichergestellt.
Ohne Einbußen bei der Messgenauigkeit lassen sich mit der neuen Thermometerfamilie die notwendigen Eintauchtiefen um mehr als 70 % reduzieren. Bisher lag die empfohlene Eintauchlänge für einen 3-mm-Messeinsatz bei 80 mm und für einen 6-mm-Messeinsatz bei 120 mm (entspricht der Mindesteintauchlänge für die Kalibrierung bei 0 bis 150 °C).
Welche Einspareffekte das neue Thermometerdesign ermöglicht, verdeutlicht folgendes Beispiel: Aufgrund der optimierten Eintauchlänge und einer Verringerung der Temperaturabweichung um 2 °C konnte der Betreiber einer Sterilisationsanlage seinen Energiebedarf für Dampf und Kühlung deutlich senken und pro Jahr 12 000 Euro sparen (30 kg Dampfdurchfluss pro Stunde, 5000 Betriebsstunden pro Jahr und Dampf- und Kühlkosten von 0,08 Euro pro Kilogramm).




