Lecithin ist einer der bekanntesten pflanzlichen Emulgatoren und Stabilisatoren in der Lebensmittelindustrie. Die Anwendungsmöglichkeiten dieses klassischen, so genannten Natur-Emulgators sind vielseitig; sie reichen von Schokolade, Margarine und Instantprodukten über Backwaren und Babynahrung bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln.
In enger Zusammenarbeit mit einer brasilianischen Ölmühlengruppe hat die Hamburger Sternchemie Greencithin entwickelt. Dieses Lecithinprodukt wird ausschließlich aus gepressten Sojabohnen gewonnen. Weitere Besonderheit: Bei der Herstellung von Greencithin kommt kein Hexan zum Einsatz. Durch den Wegfall dieses toxischen, brennbaren und zugleich umweltschädigenden Lösemittels kann auch eine Beeinträchtigung der Lecithinmoleküle zuverlässig ausgeschlossen werden. Des Weiteren sind auch keine allergischen Reaktionen durch Lösemittelreste zu befürchten.
Greencithin ist ein standardisiertes, flüssiges Lecithin, das durch ein sehr schonendes Pressverfahren gewonnen wird. Dadurch halbiert sich zwar die Ölausbeute von ca. 20 auf etwa 10 %; entsprechend niedrig ist auch die Lecithinausbeute: Sie reduziert sich von 0,6 auf ca. 0,3 %. Auf der anderen Seite konnten durch das schonende Verfahren Geschmack und Farbe verbessert werden.
Selbstverständlich werden nur GMO-freie Sojabohnen aus ausgewählten brasilianischen Anbaugebieten verwendet. Anbau, Ernte und Transport der Sojabohnen sowie die Produktion von Greencithin folgen den strikten Vorgaben des Hard-IP-Programms zur Identitätsicherung.
Die Anregung zur Herstellung eines naturbelassenen Lecithins kam ursprünglich aus dem Biobereich. Die Idee, Lecithin aus verschiedenen Pflanzensamen zu gewinnen, wurde jedoch verworfen, da diese nur geringere Lecithingehalte haben. Als Alternative boten sich Sojabohnen an. Für diese wurde eine spezielle Presstechnologie entwickelt, eine Lösemittelextraktion findet dabei nicht statt.
Ein Vergleich der Zusammensetzung der Greencithin-Produkte mit konventionellem Lecithin, das mit Hilfe von Extraktionsverfahren gewonnen wurde, ist in der Tabelle zusammengefasst. Die Phospholipidzusammensetzung des Greencithins gewährleistet bessere funktionelle Eigenschaften bei verschiedenen Anwendungen. Der Anteil an Phosphatidylcholin beträgt etwa 18 %, bei konventionellem Lecithin liegt dieser Wert nur zwischen 12 bis 14 %. Innerhalb des Lecithin-Komplexes ist ein konstanter Phospholipidanteil wichtig. Gleiches gilt für die sensorischen Eigenschaften, die in der Vergangenheit Anlass zu Kritik gaben. Beide Qualitätsanforderungen erfüllt Greencithin. Denn: Es wird aus Sojabohnen hergestellt, die aus einem bestimmten, brasilianischen Anbaugebiet stammen, wobei Aussaat, Erntebedingungen, Transport und Lagerung kontinuierlich überwacht werden. Zudem wird sichergestellt, dass keine Vermischung mit Sojabohnen anderer Qualität, aus anderen Regionen oder mit Importware stattfinden kann.




