Zum Inhalt springen
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
    Ernährungsindustrie-Newsletter
    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.
    Newsletter abonnieren

    Info

    • Impressum
    • Datenschutz
    • Barrierefreiheit
    • Datenschutzeinstellungen

    Kontakt zur Redaktion

    Deutsche ErnährungsindustrieKonradin Mediengruppe
    Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen

    E-Mail: redaktion@konradin.de
    Folgen Sie uns
    Deutsche Ernährungsindustrie
    © 2026 Deutsche Ernährungsindustrie
    Startseite/Technik/Artikel
    Für Süße-Cocktails geeignet
    Bildquelle nicht angegeben
    Technik

    Für Süße-Cocktails geeignet

    NHDC wurde erstmals 1963 von R. M. Horowitz und B. Gentili synthetisiert. Lange Zeit wurde dieser Süßstoff kaum beachtet, vor allem wegen seiner verzögert
    Veröffentlicht
    01. Oktober 2002
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Sven-David Müller, Dipl. oec. troph. Katrin Raschke, Prof. Dr. med. Helmut Mann

    Der Süßstoff Neohesperidin Dihydrochalkon (NHDC) ist mehrere hundert mal süßer als Saccharose und bemerkenswert stabil. NHDC erhöht synergistisch die Süßkraft anderer Süßungsmittel, wirkt als Geschmacksverstärker und Geschmackskorringens. Die Ausgangssubstanz für NHDC ist das Flavanon-Glykosid Neohesperidin aus der bitteren Sevilla-Orange (Citrus aurantium). Solche Flavonoide sind in der Natur weit verbreitet. Sie liegen meist in den äußeren Schichten von Pflanzen und deren Früchten vor, wo sie zu deren Farbe und Geschmack beitragen. Die chemische Formel für NHDC lautet C28H36O15. Sein Molekulargewicht beträgt 612 g/mol (Abb. 1). Der Produzent von NHDC ist die spanische Firma Exquim, Exklusivvertreter in Deutschland ist die Münchner E. Denk Feinchemie GmbH.

    An der Wahrnehmungsgrenze eingesetzt, ist NHDC etwa 1800 mal süßer als Saccharose (Abb. 2). Verglichen mit einer fünf-prozentigen Saccharose-Lösung ist es nur noch 250 mal süßer. Das Süßprofil von NHDC ist charakterisiert durch ein leicht verzögertes Einsetzen und langes Andauern der Süße. Hinzu kommt in höheren Konzentrationen ein mentholartiger Nachgeschmack. Wegen dieser Eigenschaften ist NHDC als Einzelsüßstoff ungeeignet. NHDC erhöht die Süßkraft anderer Süßungsmittel (Abb. 3), wobei die Süße von Saccharose in wässriger Lösung nicht durch NHDC erhöht werden kann. Diese Synergie-Effekte können zu deutlichen Süßstoffmengen- und damit Kosteneinsparungen führen. In Kombination mit anderen Süßungsmitteln kann NHDC das Süßprofil abrunden und ausbalancieren. Hierfür ist eine Menge von 5 bis 50 ppm nötig. In Mengen von 1 bis 5 ppm, in denen NHDC noch keinen süßen Geschmack entfaltet, werden bereits geschmacksverstärkende und -modifizierende Eigenschaften festgestellt. Der Einsatz von NHDC in einer breiten Palette von Produkten erzielte daher in den meisten Fällen eine positive sensorische Veränderung.

    NHDC vermindert bittere, saure, salzige, adstringierende und kühlende Geschmacksnuancen. Gleichzeitig verstärkt es fruchtige und blumige Noten, Vanille- und Schokoladengeschmäcke in zuckerfreien Desserts sowie Tomatengeschmack und -aroma. Fruchtpulver und Aromen für die verschiedensten Verwendungen können durch NHDC einen kräftigeren Geschmack erhalten. Des Weiteren verbessert Neohesperidin DC das Mundgefühl (Cremigkeit) und den Körper (Getränke schmecken weniger wässrig), wodurch Diätlebensmittel geschmacklich akzeptabler werden. Auch Geruchs-Nuancen werden verstärkt. Darüber hinaus reduziert NHDC unangenehme Nachgeschmäcke, z.B. von Aspartam, Acesulfam-K und Saccharin.

    Die Löslichkeit von NHDC in destilliertem Wasser beträgt 0,4 bis 0,5 g/l bei Raumtemperatur. Bei 80 °C erhöht sich die Löslichkeit sprunghaft auf über 650 g/l. NHDC ist auch löslich in Alkohol und wässrigen Alkalilösungen, jedoch unlöslich in Ether, Ethylacetat, Hexan und Mineralsäuren. Natrium- und Calciumsalze von NHDC haben eine Löslichkeit von über 1 g/ml. Die Löslichkeit kann noch erhöht werden, indem NHDC in Ethanol, Glycerin, Propylenglykol und deren Mischungen mit Wasser gelöst wird. NHDC ist ein nicht-flüchtiges, nicht-hygroskopisches, weiß kristallines Pulver. Die Haltbarkeit des kristallinen NHDC scheint nahezu unbegrenzt zu sein. Nach sechsjähriger Lagerung und nach einer Lagerung unter Luftzutritt bei 38 °C für einen Monat wurde keine Zersetzung beobachtet. NHDC ist stabil in wässrigen Lösungen, vor allem im Bereich von pH 2 bis 6. Im alkalischen Milieu ist NHDC wie andere Flavonoide nur kurzzeitig stabil. Bei einer Temperatur von 60 °C und einem pH-Wert von 4 zeigt NHDC die höchste Stabilität.

    Mehr aus Technik

    Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Technik.

    Alle Technik-Artikel
    GS1 und Google starten Pilotphase für Native Scanning mit GS1 DataMatrix
    Technik

    GS1 und Google starten Pilotphase für Native Scanning mit GS1 DataMatrix

    2. Oktober 2026

    GS1 Germany und Google erproben ab Januar 2026 das Native Scanning von GS1 DataMatrix Codes – mit direktem Potenzial für Track-and-Trace und Kennzeichnung in der Lebensmittelindustrie.

    Festo übernimmt Gummiwarenfabrik Neddermann
    Technik

    Festo übernimmt Gummiwarenfabrik Neddermann

    2. Oktober 2026

    Festo SE & Co. KG integriert zum 1. Januar 2026 die Gummiwarenfabrik R. Neddermann GmbH und baut damit seine Fertigung und Kompetenz im Bereich Dichtungstechnologie aus.

    ← Zurück zu TechnikZur Startseite

    Ernährungsindustrie-Newsletter

    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.

    Zum Newsletter anmelden →

    Die Verwertung und der Abbau von NHDC im menschlichen Körper entspricht dem anderer Flavonoide. Wie bei allen Nahrungsflavonoiden ist die Aufnahme von NHDC aus dem Duodenum begrenzt. Die nicht in die Blutbahn aufgenommenen, im Darm verbleibenden Flavonoide werden wahrscheinlich durch die Darmflora zu verschiedenen Phenolsäuren abgebaut. NHDC ist daher nicht völlig kalorienfrei. Sein Energiegehalt beträgt 2 Kilokalorien pro Gramm.

    In zahlreichen metabolischen und toxikologischen Studien wurde die Sicherheit von NHDC bestätigt. Auch bei der höchsten Testdosis von 1 bis 2 g/kg Körpergewicht wurden keine negativen Effekte beobachtet. In den USA besitzt NHDC seit 1994 den GRAS-Status (generally recognized as safe) (FEMA GRAS No 3811). In Europa gilt der ADI-Wert (ADI = Acceptable daily intake) von 5 mg/kg Körpergewicht. Mit der Veröffentlichung der Direktiven 94/35/EC und 96/83/EC ist die Verwendung von NHDC in vielen Lebensmitteln erlaubt.

    Verschiedene Prozess- und Lagerbedingungen übersteht NHDC ohne signifikanten sensorischen Verlust. So lassen sich gepufferte Lösungen von NHDC zwischen pH 2 und pH 10 bei 100 °C für 8 Stunden erhitzen. Auch das Ultrahocherhitzen von Milch mit Geschmack stellt für das NHDC kein Problem dar. Das Pasteurisieren von Fruchtsäften und -nektaren (90 °C, 15 s) und wässriger Modellsysteme mit gepufferten Lösungen bei pH 3 bis 7 sowie die Jogurtfermentierung beeinträchtigen die Stabilität von NHDC nicht. Bei der Herstellung einer Konfitüre mit einer Hitzebehandlung von 102 bis 106 °C für 35 bis 40 Minuten und der anschließenden Lagerung für 18 Monate bei Raumtemperatur trat keine Veränderung ein. Durch seine hohe Stabilität eignet sich NHDC für einen vielfältigen Einsatz. Wegen seiner lang anhaltenden Süße und des mentholigen Nachgeschmacks kommt es in Kaugummis, Zahnpasten oder Mundspülungen zum Einsatz. In Zitrusgetränken werden fruchtige Noten und unterliegende Geschmacksnuancen hervorgehoben, während dominante Säurenoten und Bitterkeit abgeschwächt werden.

    Stand E57

    www.ernaehrungsmed.de

    Hygienic Design in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Normen und Praxis
    Technik

    Hygienic Design in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Normen und Praxis

    1. Oktober 2026

    Hygienic Design bezeichnet die konstruktive Gestaltung von Maschinen, Anlagen und Bauteilen so, dass mikrobiologische, chemische und physikalische Kontaminationen systematisch verhindert werden. Dieser Fachartikel…

    MULTIVAC gewinnt Deutschen Verpackungspreis mit Cooling@Packing
    Technik

    MULTIVAC gewinnt Deutschen Verpackungspreis mit Cooling@Packing

    29. September 2026

    MULTIVACs Cooling@Packing-System integriert den Kühlprozess von Backwaren in eine Tiefzieh-Verpackungsmaschine und wurde mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet.