Menschen in den Industrienationen haben in der Regel keine Probleme, die für ihren Energiehaushalt notwendigen Kalorien mit der Nahrung zu sich zu nehmen. Im Gegenteil, oft gibt es ein Überangebot an Kalorien, das dann zu Übergewicht und allen damit verbundenen ernährungsbedingten Krankheiten führt. Aber auch wenn Energieaufnahme und -verbrauch in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander stehen, ist das noch keine Garantie für Gesundheit. Die Zusammenstellung der Ernährung kann ausschlaggebend für das Wohlbefinden der Menschen sein. Westeuropäer nehmen ca. 39% ihrer Kalorien in Form von Fett zu sich, obwohl Fett nach den Empfehlungen der Er-nährungswissenschaftler nicht mehr als 30% unserer Nahrungsaufnahme ausmachen sollte.
Die Aufnahme von Vitaminen und Mineralien ist für den Menschen lebensnotwendig. Deren Resorption kann jedoch, so die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft, von anderen Aspekten der Ernährung beeinflusst werden. So stellte beispielsweise Professor Steven Abrams vom Baylor College in Houston, Texas, fest, dass die Einnahme von Raftilose Synergy1 bei jungen Mädchen zwischen 10 und 19 Jahren die Kalziumresorption um 18% steigert. Die Entwicklung dieses Produktes ist das Ergebnis eines intensiven Forschungsprogramms.
Während der letzten zehn Jahre stand die genaue Erforschung der Nahrungsmittelkette im Rampenlicht, angefangen bei den Landwirten bis hin zu dem, was die Verbraucher täglich auf ihren Tellern vorfinden. Außerdem haben Ernährungswissenschaftler untersucht, wie Nahrungsmittel unser Verdauungssystem beeinflussen. Professor Glenn Gibson von der University of Reading fasst es folgendermaßen zusammen: „Die Lebensmittelwissenschaft leistet einen immensen Beitrag zum Schutz der Nahrungsmittel auf ihrem Weg vom Bauernhof auf unsere Teller. Was jedoch nach dem Essen in unserem Körper abläuft, ist mindestens ebenso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger.“ Er und viele andere Forscher haben die Bakterien, die sich im menschlichen Darm befinden, untersucht. Die Darmflora besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Organismen. Einige von ihnen sind nützlich, beispielsweise die Bifidusbakterien, andere dagegen sind schädlich und das Ergebnis einer unzureichenden Ernährung. Zur letzten Gruppe zählen u.a. die Clostridien. Der Anteil der Bifidusbakterien ist im Verdauungssystem gestillter Säuglinge sehr hoch, nimmt jedoch im Laufe des Lebens und mit der Aufnahme stark verarbeiteter Nahrungsmittel immer weiter ab.
Studien haben gezeigt, dass sich die Aufnahme kleinerer Mengen von Inulin und Oligofructose, die beide aus der Zichorienwurzel gewonnen werden, positiv auswirken kann. Schon eine Ergänzung des Ernährungsplanes um 15 Gramm Inulin pro Tag für die Dauer von zwei Wochen führt zu einem Anstieg des Anteils der Bifidusbakterien in unserer Darmflora von 20 auf 71% und zu einem Rückgang der Clostridien von 3 auf 0,3%.




