Mike Ponder, CEO von Wild, begrüßte die Gäste aus dem In- und Ausland und führte in das Thema der Heidelberger Fachseminare 2007 „Unternehmerische Verpflichtung: Innovation, Gesundheit und hervorragender Geschmack“ ein.
Erster Höhepunkt der Heidelberger Fachseminare war ein Referat von Dr. Richard von Weizsäcker. Der Altbundespräsident beschäftigte sich mit dem Thema „Markt, Ethik und Unternehmenskultur“. Obwohl Freiheit das wichtigste Verfassungsprinzip ist, muss sich nach seiner Auffassung eine vernünftige Ökonomie immer mit Ethik verbinden: „Markterfolg und Ethik können nicht isoliert voneinander betrachtet werden“. Die Wirtschaft sei von Natur aus dynamisch, innovations- und gewinnorientiert. Dennoch bezeichnete von Weizsäcker die Forderung, Arbeit und Kapital ausschließlich dorthin zu lenken, wo sie am effektivsten sind, als zwiespältig und die die in diesem Zusammenhang häufig stattfindende „Freisetzung“ von Arbeitskräften als „keine gute Lösung“. Der Altbundespräsident begrüßte die Anstrengungen der Wirtschaft, für mehr Transparenz bei ihrem unternehmerischen Tun und gesellschaftlichen Engagement zu sorgen. Dies gehöre zur Unternehmenskultur und sei wichtig im Sinne ethischer Entscheidungen. An Beispielen belegte von Weizsäcker, dass Corporate Citizenship sowohl zum Wohl der Gesellschaft als auch der Unternehmen beiträgt. Sein Fazit: „Ethik ist Zeichen eines klugen Unternehmers. Verzicht auf Ethik ist am Ende Verzicht auf ökonomischen Erfolg.“
Ähnlich das Statement von Hans-Peter Voss, Managing Director bei Wild. Er betonte, dass es für Unternehmen heute unverzichtbar ist, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Corporate Commitment ist für ihn ein globaler Trend, der zu einem Erfolgskriterium der Wirtschaft wird. Dabei zeigte Voss sich überzeugt, dass diese Verpflichtung künftig noch an Bedeutung gewinnen wird. Denn die Verbraucher interessieren sich immer stärker für das Umfeld der Lebensmittelerzeugung und machten ihre Kaufentscheidung davon abhängig, ob Lebensmittel nachhaltig produziert werden, ob sich Unternehmen fair verhalten und ob ihre Entscheidungen sozialverträglich sind. Ausschlaggebend sei auch der Wunsch der Verbraucher nach natürlichen und gesunden Produkten, wie sie auch der Wild-Philosophie entsprächen.
Wie die Lebensmittelindustrie Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter und der Verbraucher übernimmt, zeigte Dr. Gerd Harzer, Director Global Nutrition Research, Kraft Foods, in seinem Vortrag. Nach seinen Worten reichen die Maßnahmen von betriebsinternen Bewegungs-, Fitness- und Fortbildungsprogrammen über eine optimierte Produkt- und Sortimentsgestaltung bis hin zu umfassender Aufklärung und den Dialog mit Stakeholdern. Harzers Credo: „Sicherheit, Qualität und Geschmack sind die Basis im Geschäft mit Lebensmitteln. Eine glaubwürdige Corporate Social Responsibility ist hingegen das Extra, das sich ein Unternehmen über lange Zeit erarbeiten muss.“




