Dipl.-Ing. Erik Draber
Schon im Jahr 2001 wurde Krüger Wabag, ein Tochterunternehmen von Veolia Water Solutions & Technologies, von Storck mit der Planung und dem Bau einer anaeroben Vorbehandlungsanlage beauftragt. Die Anlage besteht aus einem Konditionierungsbehälter, einem Anaerobreaktor, einem Pumpen- und Steuerungscontainer und einer Biogasfackelanlage. Mit ihr wurde die Reinigungsleistung der vorhandenen, aeroben Behandlungsanlage auf dem Gelände so entscheidend verbessert, dass die auslaufende Erlaubnis zur Verregnung des gereinigten Prozessabwassers im firmeneigenen Waldstück nochmals um einige Zeit verlängert wurde. Gleichzeitig war den Projektbeteiligten zu diesem Zeitpunkt klar, dass es sich hierbei nur um ein Provisorium handeln würde, sodass die Planung dieser Anaerobanlage bereits auf eine spätere Integration in eine neu zu errichtenden Anlage ausgelegt war. Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme, der guten Reinigungsleistung und den Erfahrungen aus dieser temporären Lösung setzte ein Planungs- und Entwicklungsprozess ein, mit dem Ziel, den hohen Ansprüchen des Unternehmens in Bezug auf ökologische und ökonomische Belange gerecht zu werden.
Im April 2003 wurde Krüger Wabag von Gelsenwasser mit der Planung und dem schlüsselfertigen Bau der neuen Prozessabwasserbehandlungsanlage für Storck beauftragt. Planungsziele waren:
- Reinigung des organisch hoch belasteten Abwassers in einer vollbiologischen Kläranlage auf Direkteinleiterbedingungen
- optimale Nutzung des bei der anaeroben Abwasserreinigung produzierten Biogases
- Optimierung der Betriebskosten
- hohe Verfügbarkeit der Gesamtanlage durch hohe Betriebsstabilität und Betriebssicherheit
- Minimierung der Emissionsbelastung (Geruch/Geräusch) in die Umgebung
Grundlage für die Auslegung waren die in der Tabelle aufgeführten Rohwasserdaten und Einleitparameter.
Die vorgegebenen Auslegungswerte erforderten eine hohe Flexibilität in der Anlagenplanung und eine umfassende Anzahl zu berücksichtigender Auslegungskriterien. Aus der angegebenen Rohwasserzusammensetzung ergaben sich zum Beispiel stark schwankende CSB-Frachten, die durch die Errichtung eines entsprechend großen Misch- und Ausgleichsbeckens ausgeglichen wurden. Die vom Kunden erwartete, dauerhaft hohe Abbauleistung der Anaerobanlage kann nur bei einer möglichst gleichmäßigen Belastung der Biomasse auch über die teilweise abwasserlose Wochenendzeit eingehalten werden. Gleichzeitig bedingte die Schwankungsbreite der Zulauftemperatur und die Einschränkungen im Anlageablauf die Planung ausreichender Möglichkeiten zur Erwärmung und zur Kühlung des Abwassers.




