Frau Dr. Hubbermann, Chr. Hansen bietet die dritte Generation der Fruitmax-Produkte an. Wie unterscheidet sich diese von den Vorgängergenerationen?
Dr. Eva Maria Hubbermann: 2013 hat die EU die Leitlinie für die Klassifizierung von Lebensmittelextrakten mit färbenden Eigenschaften verabschiedet, die seit November 2015 uneingeschränkt gilt. Vor diesem Hintergrund haben wir die Fruitmax-Reihe überarbeitet, sodass die Produkte nun vollumfänglich dieser Leitlinie entsprechen. Außerdem wurde die Produktreihe weiterentwickelt –und zwar in Hinblick auf die Rohstoffbasis und die zur Verfügung stehenden Farbtöne. Das betrifft insbesondere Karotten und die aus ihnen gewonnenen Gelb- und Orangetöne.
Welche Produkte der Fruitmax-Reihe mussten Sie überarbeiten?
Dr. Hubbermann: Die meisten Produkte entsprachen von Anfang an der europäischen Leitlinie und dem in ihr festgelegten Anreicherungsfaktor von 6. Als Beispiel möchte ich hier die große Gruppe der Anthocyan-basierten Farben nennen. Anders war das bei den öllöslichen Extrakten, weil sie den eingangs erwähnten Anreicherungsfaktor überschreiten. Hier mussten wir handeln. Wenn möglich, haben wir die Rohstoffbasis modifiziert. Im schlimmsten Fall mussten wir das Produkt aus dem Sortiment nehmen.
Können Sie einige Extrakte nennen, die von den Änderungen betroffen waren?
Dr. Hubbermann: Um verschiedene Gelb- und Orangetöne zu erzeugen, nutzten wir früher Karottenoleoresine, also öllösliche Karottenextrakte. Diese haben wir durch Karottensaftkonzentrate ersetzt. Das heißt, der Rohstoff ist derselbe geblieben, geändert hat sich seine Aufarbeitung. Des Weiteren waren Spinat- und Brennnesselextrakte betroffen.
Aktuell hat Ihr Unternehmen die Fruitmax-Reihe um verschiedene gelbe und orange Farbtöne erweitert. Warum?
Dr. Hubbermann: Früher nutzte man zum Erzeugen von Gelb- und Orangetönen neben den Karottenoleoresinen auch öllösliche Kurkuma- oder Paprikaextrakte. Auch diese dürfen heute nicht mehr als färbende Lebensmittel deklariert werden und mussten durch neue leitlinienkonforme Produkte ersetzt werden. Ein anderer wichtiger Grund war die starke Nachfrage nach färbenden Lebensmitteln, mit denen sich ein weites Spektrum von Gelb- und Orangetönen realisieren lässt.




