Rainer Stützel
Die Göbber KG in Eystrup produziert seit 1888 Frucht- und Süßprodukte hoher Qualität. Dabei ist den Göbber-Spezialisten die Qualität der zum Einsatz kommenden Druckluft fast ebenso wichtig wie die der fruchtigen Rohware, die hier zu Marmeladen und anderen Gaumenfreuden verarbeitet wird. „Druckluft wird an vielen Stellen in unserer Produktion eingesetzt, zum Beispiel in pneumatischen Steuerungseinheiten und in den Tiefziehmaschinen zur Herstellung der Kunststoffschalen für die kleinen Portionseinheiten“ so Henning Diekmann, der bei Göbber Leiter Versorgung und Herstellanlagen ist. Schon geringste Druckschwankungen und Kondensatmengen im Druckluftnetz würden sofortige Störmeldungen provozieren, die auf eine zentrale Schaltwarte geleitet werden. Kein Wunder also, dass Göbber höchste Ansprüche an die Druckluftqualität stellt. Dazu verpflichtet allein schon die Zertifizierung nach ISO 9001 und das Erfüllen des strengen BRC-Audits.
Im Laufe der Zeit zeigte sich, dass die seit langem bestehende und immer wieder ausgebaute Druckluftversorgung die steigenden Qualitätsanforderungen von Göbber nicht mehr erfüllt. Unterschiedliche Fabrikate, verschiedene Druckstufen, ein nicht optimal abgestimmter Komponentenaufbau und eine den Anforderungen nicht gewachsene Steuerung kennzeichneten die in die Jahre gekommene Druckluftanlage. So war zum Beispiel eine Ableitung bzw. Nutzung der durch die Kompressoren erzeugten Wärme nicht möglich. Hinzu kamen steigende Strömungsverluste im Leitungsnetz. Alles in allem eine zunehmend unbefriedigende Situation, der man sich bei Göbber mit Entschiedenheit annahm.
Gemeinsam mit der Lutena GmbH aus Bremen, einem auf Engineering, Planung und Realisierung von kompletten Druckluftanlagen spezialisierten Unternehmen, ging man bei Göbber an die Lösung der Probleme. Am Anfang stand eine Bestandsaufnahme der bestehenden Druckluftanlage, wobei eine ADA-Messung an den Kompressoren durchgeführt wurde. Letztere gab Auskunft über die Belastung und Auslastung der vorhandenen Kompressoren und den Luftverbrauch. Das Ergebnis zeigte, dass die Altanlage mit ihrer einfachen Grundlastwechselschaltung über eine installierte elektrische Leistung von 159 kW verfügte und damit eine Liefermenge von 21,9 m3/min bereitstellte.
Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse wurde die Planung der Neuanlage vorgenommen. Dabei standen folgende Fragen im Mittelpunkt: Welche Druckluftqualität wird benötigt? Welcher Mindestdruck muss bei den Tiefziehmaschinen anstehen und welcher Druckluftverbrauch resultiert daraus? Welche weiteren Investitionen muss Göbber für die Zukunft einplanen?
Die neue Anlage wurde gemäß der Druckgeräterichtlinie 97/23/EC erstellt. Sie entspricht der DIN ISO 8573–01.




