Dipl.-Ing. Christa Weil
Im Werk Biessenhofen im Ostallgäu stellt Nestlé vor allem Säuglings- und Kleinkindnahrung der Marken Nestlé Alete und Nestlé Beba her. Das Werk ist eines der Kompetenzzentren für die Herstellung von hypoallergener Säuglingsnahrung. Außerdem werden hier der Eiscafé Nescafé Xpress und die Varianten von Thomy Les Sauces produziert. Säuglings- und Kleinkindnahrung sowie klinische Trinknahrung nehmen den größten Teil des Produktionsvolumens ein.
Die Herstellung sogenannter Baby-Cerealien wie Baby-Gries und Baby-Getreidebrei zum Anrühren in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen ist ein separater Bereich innerhalb des Werkes. Dort werden nach verschiedenen Rezepturen, verpackt in unterschiedliche Schachteln, Produkte für den europäischen Markt und für Kanada produziert.
Bis vor einigen Jahren wurden diese Produkte mit damals gängigen Tintenstrahldruckern gekennzeichnet, die heutigen Anforderungen an die Druckqualität, Sauberkeit und Benutzerfreundlichkeit nicht mehr entsprechen. Als Kennzeichnungsinhalt wurden nur ein Code und die Uhrzeit aufgebracht. Im Zuge der Neuanschaffung von Kennzeichnungssystemen standen andere Technologien zur Diskussion. Außerdem sollten die Kennzeichnungsinhalte zum Teil deutlich erweitert werden. Die metallisierten Schlauchbeutel, in die der trockene Gries- bzw. Getreidebrei eingefüllt wird, sollten zukünftig mit einer ein- bis dreizeiligen Kennzeichnung (Klarschrift nach Kundenwunsch, Code und Uhrzeit) beschriftet werden. Die Umverpackungen der Produktkartons werden auf zwei Seiten mit Logo, Produktname, verschiedenen Codes, der Uhrzeit, dem Mindesthaltbarkeitsdatum und auf einer Seite zusätzlich mit einem Barcode gekennzeichnet. Und dies alles in unterschiedlichen Sprachen und kundenspezifisch.
Für die Kennzeichnung der metallisierten Schlauchbeutel nutzt Nestlé SmartDate-5-Thermotransferdrucker von Markem-Imaje. Die Umverpackungen müssen mit Großzeichen beschriftet werden. Hier verrichten Hot-Melt-Großschriftkodierer der Serie 5200, ebenfalls von Markem-Imaje, ihre Arbeit. An einer Musterlinie mit relativ kleinen Stückzahlen werden Hot-Melt-Großschriftkodierer der Serie 5000 eingesetzt. Alle Drucksysteme sind vernetzt und werden über die Colos-Software von Markem-Imaje verwaltet, auch die Layouterstellung der Kennzeichnungsinhalte wird über diese Software realisiert.
Die SmartDate-5-Drucker sind mit einer Vielzahl unterschiedlicher Verpackungsmaschinen einsetzbar, darunter mehrbahnige Thermoform-, getaktete und kontinuierlich arbeitende Beutelpackmaschinen sowie Etikettieranlagen. Bei Nestlé sind die Drucker direkt in die Schlauchbeutelmaschinen integriert.
Bevor die Schlauchbeutel befüllt werden, wird die Kennzeichnung auf der metallisierten Folie aufgebracht. Die Drucker sind standardmäßig mit einer Eingabeeinheit mit farbigem Touch-Screen-Bildschirm ausgestattet. Die grafikbasierte Menüoberfläche ist einfach zu handhaben und führt den Bediener schnell durch Einrichtungs- und Bedienabläufe. Das gewählte Druckbild wird bis zum Ende des Produktionslaufs klar angezeigt, sodass der Bediener jederzeit prüfen kann, dass die Codes korrekt sind. Anwender können sich jedoch auch weiterhin für die klassische Bedieneinheit mit Monochrom-Display entscheiden – beide Versionen sind untereinander austauschbar. In anderen Anwendungen ist die Integration der Kodiererbedienung in die HMI der übergeordneten Verpackungsmaschine die sinnvollste Lösung. Dieser Ansatz lässt sich mit der Webbrowser-Technologie realisieren, die eine Bedienung der gesamten Linie von einem einzigen Punkt aus ermöglicht.




