Dr. Jens Glatthar
Die bewusste Fokussierung des Vitacel-Ballaststoff-Symposiums auf dieses innovative Anwendungsgebiet ermöglichte es den Teilnehmern, ihr Wissen über die Ballaststoffanreicherung von Fleischerzeugnissen in Verbindung mit Fett- bzw. Kalorienreduktion zu erweitern. Diese Gelegenheit wurde von über 60 Firmenvertretern mit großem Interesse wahrgenommen.
Prof. Dr. Ernst H. Reimerdes – er ist u. a. Mitglied der Institutsleitung des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik e. V. (DIL) – referierte über die „Changing World“ der Lebensmittelrohstoffe. In seinem Vortrag stellte er heraus, dass aus dem Wandel der Gesellschaft und der damit verbundenen veränderten Lebensgewohnheiten der Konsumenten ein neues Lebensmittelbedarfsprofil resultiert. Dies ist sowohl eine Chance als auch Herausforderung für alle Lebensmittelhersteller, wobei in Zukunft Functional Food als Brücke zwischen Lebensmittel und Arzneimittel eine zentrale Rolle bei der Prävention von Gesundheitsproblemen spielen wird. Dabei bietet Functional Food den besonderen Vorteil, dass sich der Verbraucher ein selektives Ernährungspaket zusammenstellen kann, das auf seinen spezifischen Bedarf und die damit verbundene Wirksamkeit abzielt und sich positiv mit einzelnen Wirkstoffen (Ballaststoffe, Vitamine etc.) in das biochemische Geschehen eingliedert. Im Sinne einer erfolgreichen Marketingstrategie sollten die Wirkstoffe einen ausgewiesenen Zusatznutzen vermitteln und die gesundheitsbezogenen Aussagen durch wissenschaftliche Dossiers abgesichert sein.
Die ernährungsphysiologische Bedeutung von unlöslichen Nahrungsfasern stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Dr. Martin Weickert vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. Er betonte, dass die günstigen Effekte von Ballaststoffen auf den Blutzuckerstoffwechsel sowie auf weitere Parameter des metabolischen Syndroms (Insulinresistenz, Blutdruck, Blutfette) oder die positive Beeinflussung der Physiologie des Gastrointestinaltrakts bei den Verbrauchern in den Grundzügen bekannt sind. Gerade deshalb haben Ballaststoffe ein sehr gutes Image im Vergleich zu anderen funktionellen Ingredienzien.
Erstaunen verursachte jedoch eine Studie (Ludwig et. al.), die sich mit dem Zusammenhang von Gewichtszunahme und Ballaststoffaufnahme beschäftigt. Über einen Zeitraum von zehn Jahren zeigte sich, dass die Gewichtszunahme der Probanden stärker mit dem Ballaststoffanteil als mit dem Fettgehalt der aufgenommenen Nahrung korreliert. Vor dem Hintergrund, dass Adipositas eine der größten Herausforderungen der modernen Wohlstandsgesellschaft ist, wird die Bedeutung dieses Studienergebnisses besonders deutlich. Außerdem stellte Dr. Weickert Ergebnisse einer aktuellen klinischen Studie zur Wirksamkeit der Vitacel-Hafer- bzw. Vitacel-Weizenfaser auf den Glucosestoffwechsel vor. Nach dem Verzehr von Backwaren, die mit Weizen- und Haferfasern angereichert waren, konnte über 24 Stunden eine verbesserte Insulinsensitivität festgestellt werden.




