Noch vor zehn, 15 Jahren wurde beim Abfüllen deutlich weniger auf eine keimfreie Umgebung geachtet. „Durch das veränderte Kundenverhalten hat sich das vollständig gewandelt“, erläutert Marten Bandowski, Produktmanager für den Bereich Aseptische Abfüllung bei der KHS AG. „Heute sind in großem Umfang sogenannte Wellness-Getränke gefordert, also stille Wasser, Tees und Ähnliches. Hier liegt eine große Bedeutung auf einer hygienisch einwandfreien Abfüllung, die nur mit aseptischer Kaltabfüllung [Aseptic Cold Filling – ACF] möglich ist.“
Bandowski weiß, wovon er spricht. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit Abfüllanlagen und ist heute Spezialist für aseptische Maschinen. Deshalb weiß er auch, wie wichtig ein exakter und störungsfreier Betrieb der Anlagen ist. In der neuesten Generation der „Füller“, wie sein Team die tonnenschweren Anlagen in Kurzform bezeichnet, setzt Bandowski deshalb bei den wesentlichen Antriebskomponenten auf pneumatische Ventileinheiten von Rexroth. Diese versprechen auch bei den gewachsenen Anforderungen im ACF-Betrieb eine hohe Anlagenverfügbarkeit.
Die Ansprüche an die Steuerungskomponenten sind vor allem aufgrund der Umgebungsbedingungen so hoch. Die Flaschen – zunehmend aus PET denn aus Glas – durchlaufen in einem ersten Schritt einen Sterilisator, in dem die Behälter innen und außen mit H2O2 angereicherter Luft gereinigt wird. Dieses Wasserstoffperoxid wirkt in hohem Maße keimtötend, ist als schwache Säure jedoch leicht ätzend und zersetzt eine Vielzahl von Materialien, mit denen es in Berührung kommt. In enger Zusammenarbeit mit KHS hat Rexroth für diese besondere Anwendung eine neue Variante der Ventileinheit HF 04 entwickelt: Die Grundplatte besteht nun aus anodisiertem Aluminium und ist dadurch unempfindlich gegen die H2O2-geschwängerte Luft.
Diese Widerstandsfähigkeit ist ein entscheidendes Kriterium der Steuerungskomponenten. „Ausfallzeiten aufgrund technischer Probleme kann sich ein Getränkehersteller heute praktisch nicht mehr leisten. Die Zuverlässigkeit der Anlage ist damit eines der wichtigsten Argumente bei der Kaufentscheidung“, führt Bandowski aus. Bei der KHS hat er seit Jahren Erfahrung mit aseptischer Kaltabfüllung. Das Unternehmen mit seiner 140-jährigen Tradition hat sich zu einem internationalen Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen für die Getränke-, Food- und Non-Food-Industrie entwickelt. Weltweit erwirtschaften mehr als 5100 Mitarbeiter des in Dortmund beheimateten Spezialmaschinenbauers einen Umsatz von fast einer Milliarde Euro. Die Niederlassung in Hamburg konzentriert sich mit rund 150 Mitarbeitern im Besonderen auf die Entwicklung und Herstellung von Abfüllanlagen. Für ihre Kunden übernehmen sie die am jeweiligen Bedarf ausgerichtete Anlagenplanung und realisieren diese in einem individuellen Gesamtkonzept. Dabei sind Spezialisten aus dem Maschinenbau, der Mikrobiologie und Verfahrenstechnik beteiligt.




