Karsten Ollesch
Zu Beginn des Projektes konzentrierte sich Johann Rimböck, technischer Geschäftsführer bei Gewürzmüller, auf die Untersuchung der vorhandenen Mischerei, mit ihrer Vielzahl von Mischern für die unterschiedlichsten Produkte. Nach einer ersten Analyse war recht schnell klar, dass das vorhandene Mischereikonzept mit Chargenmischern, die von Hand und automatisiert beschickt werden und direkt über einer Abfüllanlage platziert sind, durchaus verbesserungsfähig ist. So wurde ein Großteil der Einsatzzeit nicht mit dem Mischen verbracht, sondern mit Prozessen wie Beschicken, Abfüllen und Reinigen. Zudem war eine Nassreinigung, die heute für eine kreuzkontaminationsfreie Produktion zwingend erforderlich ist, bei den bestehenden Mischern gar nicht realisierbar.
Nachdem klar war, dass herkömmliche Konzepte alle ähnlich geartete Schwachstellen haben, suchte Rimböck einen Mischer und eine automatische Dosieranlage, die in der Lage sind, mit deutlich reduzierten Nebenzeiten zu arbeiten und dazu noch die Anforderungen an Reinigbarkeit und Mischgüte erfüllt. Dies konnte vom Konzept her nur ein Intensiv-Containermischer mit Wechselbehältern und eine entsprechende Rezeptier-Dosieranlage sein, da das Produkt dabei in Wechselbehältern bereitgestellt, gemischt und vom Mischer abgeführt wird. Dadurch verringern sich die Nebenzeiten drastisch.
Nach Machbarkeitsstudien und Mischversuchen mit vielen Mischern kristallisierte sich heraus, dass die VAS-Mischer von Glass in der Lage sein würden, sämtliche gestellte Anforderungen zu erfüllen.
Für die Rezeptier-Dosieranlage kamen Verwiegeanlagen mit pneumatischen Transportstrecken oder Förderschnecken aufgrund der Vielzahl der Produkte und der Reinigbarkeit nicht mehr in Betracht. Vielmehr bestand die Anforderung, dass die Mischcontainer auf einer fahrbaren Wägeplattform komplett beschickt werden und der Prozess staubfrei nach Pharmastandards abläuft. Rimböck: „Es sollte auf jeden Fall kein Rezept-Splitting auf verschiedene Dosiersysteme stattfinden müssen.“
Abzuwiegen sind bei Gewürzmüller rund 350 verschiedene Komponenten, die in 23 Silos, 80 Dosierstationen für Lagercontainer und 250 Lagerbehälter für Kleinstkomponenten bereitstehen. Letztendlich entschied sich Gewürzmüller für das Dosiersystem Mac-Microdos von Lobotech. Es basiert auf Silikonmanschetten mit Einlagen und FDA-konformem Lippensystem, die sowohl unter Lagersilos als auch an Dosierstationen für Lagercontainer angebracht sind. Die Ansteuerung erfolgt mittels hochpräziser Linearantriebstechnik, so dass der Produktfluss für jede Produkteigenschaft und jede Genauigkeit separat einstellbar ist. Wichtig ist dabei, dass mit einem Dosierelement ohne Umbauten sowohl 500 kg als auch im nächsten Rezept 25 g Produkt schonend dosierbar sind. Da die Silikonmanschetten komplett frei von Einbauten sind, ist die rückstandsfreie Nassreinigung problemlos möglich.




