dei: Brenntag ist in die vier Geschäftsbereiche Industriechemie, Spezialchemie, Automotive sowie Ernährung & Gesundheit untergliedert. Bitte geben Sie einen kurzen Überblick über die Kundenstruktur des Geschäftsbereiches Ernährung & Gesundheit.
Schlüter: Neben der Kosmetik- und Pharmaindustrie bedient dieser Bereich vor allem die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Zur letzten Kundengruppe zählen besonders Hersteller von Fleisch-, Feinkost- und Molkereiprodukten sowie von Gewürzen, Backmitteln und Süßwaren.
dei: Brenntag versteht sich als Bindeglied zwischen Chemieproduzenten und der weiterverarbeitenden Industrie. Bitte erläutern Sie die Geschäftsbeziehungen, die Brenntag einerseits zur chemischen und andererseits zur weiterverarbeitenden Industrie unterhält.
Schlüter: Immer mehr Chemieproduzenten beschränken sich auf bestimmte Kernkompetenzen. Das heißt, in vielen Fällen fehlen die Kapazitäten für Vertrieb oder Logistik. Und genau an diesem Punkt kommen wir mit unserer Vertriebsmannschaft und unseren Logistikfachleuten ins Spiel.
Vielmetter: In der Regel konzentrieren sich die Chemieunternehmen auf ihre A-Kunden bzw. auf bestimmte Schlüsselbranchen. Unsere Dienstleistung für die Produzenten gerade im Geschäftsbereich Ernährung & Gesundheit besteht in der intensiven Betreuung der B- und C-Kunden sowie in der weiteren Erschließung des Marktes. Wir übernehmen von der Produzentenseite die Produkte in größeren Mengen, lagern sie an einem logistisch sinnvollen Standort ein und verkaufen sie dann an die weiterverarbeitende Industrie.
dei: Ist Brenntag nun eher ein Handelshaus oder ein Anbieter von Logistikdienstleistungen?
Vielmetter: Wir sind beides und mehr. Ich habe Zeiten erlebt, in denen die Logistik sehr weit im Vordergrund stand. Glücklicherweise sind wir heute an dem Punkt angelangt, dass uns die Industrie als Partner sieht, der sowohl Logistik- als auch Vertriebsdienstleistungen anbietet. Insbesondere die Beratungsdienstleistung zu Produkten und Prozessen durch unsere Techniker nimmt einen immer größeren Raum ein. Die Vertriebsdienstleistungen beinhalten auch die Bereitstellung von Marktinformationen. Schließlich möchten unsere Kunden wissen, was im Markt passiert. Und schließlich sind wir auch Kapitaldienstleister. Indem wir von einem Chemieproduzenten volle Warenpartien kaufen und bei uns einlagern, spart er Lagerkosten und tritt gleichzeitig das kaufmännische Risiko, das er im Normalfall tragen müsste, an uns ab.




